Bonner Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag: Aufruf zu Frieden und Toleranz

Bonner Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag : Aufruf zu Frieden und Toleranz

An der Pforte zum Ehrenteil des Nordfriedhofs an der Kölnstraße wiesen zwei große Feuerschalen den Besuchern den Weg zur Gedenkveranstaltung: Am Volkstrauertag hatte der Kreisverband Bonn des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge gemeinsam mit der Bundeswehr zum Gedenken an die Gefallenen der Kriege und die Opfer von Gewaltherrschaft eingeladen.

Oberbürgermeister Ashok Sridharan rief dazu auf, den aktuellen Herausforderungen mit Frieden und Toleranz zu begegnen: "Unfrieden und Gewalt sind vielgestaltig", so der OB: "Das hat uns vor wenigen Wochen der fremdenfeindlich motivierte Anschlag auf die Kölner Oberbürgermeisterin und ihre Wahlhelfer gezeigt."

Das gelte auch für "dieses furchtbare Wochenende in Paris". Als Oberbürgermeister sei es ihm ein Anliegen, dass in Bonn niemand auf der Strecke bleibe - auch nicht diejenigen, "die traumatisiert und mit Gewalterfahrung aus Kriegs- und Krisengebieten Zuflucht bei uns suchen". Frieden brauche Toleranz, und Bonn habe hier als deutsche Uno-Stadt eine besondere Verantwortung.

"Frieden ist wie eine Blume. Die Saat dazu liegt im Boden, aber sie kann nur wachsen, wenn der Boden gut ist", rezitierte Katharina von Schmude-Trzebiatowski nach der Ansprache des Oberbürgermeisters. Die Schülerin der Marie-Kahle-Gesamtschule sprach gemeinsam mit ihrer Mitschülerin Mia Damian vor der Kranzniederlegung zum Thema "Wenn ich an Krieg denke ..." Die Namensgeberin der Schule - Marie Kahle - war eine entschiedene Gegnerin des NS-Regimes und musste aus Deutschland fliehen, weil sie ihren jüdischen Nachbarn half. Auch 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird am Volkstrauertag die Erinnerung an Krieg und Gewaltherrschaft wach gehalten: Allein im Bonner Stadtgebiet ruhen 3515 deutsche Kriegstote. 2160 von ihnen wurden auf dem Bonner Nordfriedhof bestattet.

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