GA-Projekt "Deine Stimme zählt": Auch Beuel sucht den „Schülerminister“

GA-Projekt "Deine Stimme zählt" : Auch Beuel sucht den „Schülerminister“

Beim GA-Projekt „Deine Stimme zählt“ mischen sich engagierte Schüler in den Düsseldorfer Politikbetrieb ein. Die Beueler Gesamtschule nimmt auch an der Wahl zum "Schülerminister 2017" teil.

„Wir sind eine demokratische Schule, an der auch die Stimmen der Jüngsten Gehör finden“, sagt Rainer Winand. Der Direktor der Integrierten Gesamtschule Beuel (IGS) bereitet mit Vertretern der Schüler eine Aktion vor, die zwar nur Jugendlichen ab 16 offensteht, die dafür aber den Demokratiegedanken nicht nur an seiner Schule weiter stärken will. Denn wenn am 14. Mai der neue NRW-Landtag gewählt wird, bleiben Jugendliche außen vor: Junge Menschen in NRW dürfen erst mit 18 Jahren wählen. Weil die Landespolitik aber auch viele Jugendliche interessiert, nimmt die IGS an der Wahl zum „Schülerminister 2017“ teil.

Gemeinsam die Interessen von Schülern in NRW gegenüber der Landespolitik vertreten – dabei geht es in dem Projekt „Deine Stimme zählt“, das der General-Anzeiger zusammen mit der Rheinischen Post bis zur Landtagswahl durchführt (siehe „So läuft das Projekt ab“). Der Hintergrund: Eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre bei den Landtagswahlen ist vom Tisch, nachdem eine Landtagskommission im vergangenen Frühjahr nach zweieinhalbjähriger Arbeit ihre Vorschläge für eine Verfassungsreform vorgelegt hatte und sich in diesem Punkt nicht einigen konnte. Allen Schülern zwischen 16 und 18 Jahren, die trotzdem in der Landespolitik mitreden möchten, bietet nun das Projekt der beiden Tageszeitungen Gelegenheit dazu.

Die Aktion steht allen weiterbildenden Schulen im Verbreitungsgebiet beider Zeitungen offen, bei der Ausgestaltung des Auswahlverfahrens sind die Schulen relativ frei: An der IGS hat Richard Kneuper als Verbindungslehrer mit Niklas Feld und Anna Benning zwei Schüler an der Seite, die den Auswahlprozess organisieren: „Wer sich bewerben will, muss auf der Schülerratssitzung am 20. Februar die Jury mit einem etwa einminütigen Statement von sich überzeugen“, so Feld. Der 17-Jährige engagiert sich schon länger an der Schule, ist Stufensprecher seiner Jahrgangsstufe Q 1 und im Vorstand der Schülervertretung aktiv. Das ist auch der Grund, warum er sich nicht selber zur Wahl stellen will: „Die Organisation eines solchen Projekts ist ja genauso wichtig wie die Teilnahme, und auch als Schüler muss ich mich auf eine Aufgabe fokussieren“, meint Feld.

Seine Mitstreiterin Benning ist zwar ebenfalls in der Schülervertretung tätig, kann sich aber durchaus vorstellen, sich auch selber zur Wahl zu stellen: „Ich finde die Aktion spannend, und mir fallen so einige Themen ein, über die ich zum Beispiel gerne einmal mit Hannelore Kraft diskutieren würde“, erzählt sie vielsagend lächelnd. Die Chance dazu hat sie: Am Ende des Auswahlprozesses steht nämlich eine Podiumsdiskussion in der Landeshauptstadt.

Am 30. März sollen die Schülervertreter im Düsseldorfer Apollo Varieté vor großem Publikum mit den Spitzen der Landespolitik debattieren. Die Herabsetzung des Mindestwahlalters steht auf der Agenda der Schüler übrigens nicht ganz oben: „Ich finde es eigentlich ganz angemessen, langsam in den politischen Entscheidungsprozess hineinzuwachsen“, meint zum Beispiel Tim Waldau. Er habe zwar gut reden, da er im vergangenen September volljährig geworden sei, so der Schüler. Er habe sich aber in den Jahren zuvor nicht unterrepräsentiert gefühlt: „Schließlich kann man in NRW mit 16 Jahren ja bereits an der Kommunalwahl teilnehmen.“

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