Entscheidungszentrum: Asylanträge werden im Schnellverfahren geprüft

Entscheidungszentrum : Asylanträge werden im Schnellverfahren geprüft

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, steigt weiter. Um die Asylanträge schneller bearbeiten zu können, hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) am Montag auch in Bonn ein Entscheidungszentrum eröffnet.

Es ist allerdings nur als Übergangslösung gedacht. Angesiedelt ist es an der Graurheindorfer Straße 198, in dem Gebäudekomplex sitzen auch das Bundesinnenministerium, eine Außenstelle des Statistischen Bundesamts und das Bundesinstitut für Sportwissenschaft. Aktuell arbeiten laut Bamf 38 Mitarbeiter im Bonner Entscheidungszentrum.

Davon sind fünf Mitarbeiter vom Bundesamt, die anderen sind von verschiedenen Behörden abgeordnet. Weitere Mitarbeiter werden laut Pressestelle noch diesen Monat eingestellt, sodass im Vollbetrieb knapp 60 Menschen tätig sein werden. Auf Dauer wird das Entscheidungszentrum in Unna seinen Standort haben. Dort stehen Räume aber voraussichtlich erst im April zur Verfügung.

Was wird in den Entscheidungszentren gemacht?

Die Entscheidungszentren sollen die Außenstellen des Bamf entlasten, die für die Asylverfahren zuständig sind. Mit den neuen Einrichtungen will das Bundesamt nun Zehntausende Verfahren abschließen. Bearbeitet werden zunächst Anträge von Flüchtlingen aus Syrien, Eritrea und dem Irak. Denn sie haben die größten Chancen, anerkannt zu werden. Dabei prüfen die Mitarbeiter ausschließlich Fälle, die sofort entschieden werden können.

Wie laufen die Verfahren ab?

Bei den Asylanträgen von Eritreern, Syrern sowie Christen, Mandäern und Jesiden aus dem Irak gilt ein beschleunigtes Verfahren. Dabei können die Antragsteller ihre Fluchtgründe schriftlich darlegen. Auf eine persönliche Anhörung beim Entscheider wird verzichtet. Sie ist im normalen Verfahren der wichtigste Termin des Antragstellers. Nach Aktenlage entscheidet der Mitarbeiter dann, ob der Flüchtling in Deutschland bleiben darf.

Wie viele Entscheidungszentren gibt es?

In der Bundesrepublik gibt es seit Kurzem vier Entscheidungszentren: in Nürnberg, Berlin, Mannheim und Bonn. Das Zentrum in Nürnberg ist im Juli gestartet, seit Oktober läuft es im Vollbetrieb. Rund 3400 Anträge haben die Mitarbeiter seit Juli bearbeitet. In Bonn, Berlin und Mannheim haben die Entscheidungszentren am Montag die Arbeit aufgenommen.

Wie viele Asylverfahren laufen derzeit?

Ende September waren 300 531 Asylverfahren beim Bamf anhängig. Darunter fallen alle bereits gestellten Anträge, über die noch nicht entschieden wurde. 53 Prozent dieser Asylanträge stammen aus den vergangenen sechs Monaten.

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