Vergewaltigung in der Siegaue: Anwalt beantragt Akteneinsicht

Vergewaltigung in der Siegaue : Anwalt beantragt Akteneinsicht

Der 31-jährige Ghanaer, der Anfang April mit einer gestohlenen Astschere ein in der Siegaue zeltendes Paar brutal überfallen und die 23-jährige Frau vergewaltigt haben soll, leugnet die Tat weiterhin und schweigt ansonsten zu den Vorwürfen.

Derweil hat sein Verteidiger Akteneinsicht beantragt. Das teilte die Staatsanwaltschaft auf GA-Anfrage mit. Darüber hinaus ist in sozialen Netzwerken eine Diskussion zu der Frage entbrannt, warum die Polizei nicht sämtliche Flüchtlingsunterkünfte genau unter die Lupe genommen hat, nachdem das Phantombild des mutmaßlichen Täters veröffentlicht worden war. Dies wäre einer Vorverurteilung sämtlicher Flüchtlinge gleichgekommen, sagte Polizeisprecher Robert Scholten. Und verweist auf Studentenwohnheime oder auch UN-Einrichtungen, in denen ebenfalls dunkelhäutige Studenten und Mitarbeiter zu finden sind. „Auf welcher Grundlage lasse ich diese denn weg?“, so Scholten.

Außerdem habe man selbstverständlich in alle Richtungen ermittelt. „Wir zeigen Bilder auch in Flüchtlingsunterkünften oder Studentenwohnheimen, aber nicht ohne Anhaltspunkt.“ Generell gelte: Man durchsuche keinerlei Einrichtungen, egal welcher Art, „ohne dass es angezeigt ist“.

Gibt es Anhaltspunkte, sei das anders. So habe die Polizei zum Beispiel einen Hinweis erhalten, dass sich der mutmaßliche Vergewaltiger möglicherweise in einer Unterkunft in Rheinbach aufhalte. Dies habe man überprüft – und konnte den Mann relativ zügig als Täter ausschließen.

Doch wie viele Flüchtlingsunterkünfte gibt es überhaupt im Stadtgebiet Bonn, Bad Honnef, Königswinter, im links- und rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis sowie im Landkreis Euskirchen – der Bereich, für den die Bonner Behörde bei „herausragenden Straftaten“ wie Vergewaltigung zuständig ist? Insgesamt sind es laut Scholten rund 240 Unterkünfte – gut 80 im Bereich der Kreispolizeibehörde Bonn, rund 110, die in die Zuständigkeit der Siegburger Behörde fallen, sowie fast 50 im Landkreis Euskirchen.

Wie berichtet, scheint die Beweislast gegen den Verdächtigen erdrückend zu sein. So wurde bei dem 31-Jährigen nicht nur die mutmaßliche Tatwaffe gefunden; auch stimmt seine DNA mit Spuren am Tatort überein.