Einweihung von Helmut-Kohl-Allee an B9: Annegret Kramp-Karrenbauer bekennt sich zu Bonn

Einweihung von Helmut-Kohl-Allee an B9 : Annegret Kramp-Karrenbauer bekennt sich zu Bonn

Im Beisein der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Stadt Bonn am Donnerstag die Helmut-Kohl-Allee eingeweiht. Ein Abschnitt der B9 erinnert nun an den deutschen Altkanzler. AKK bekannte sich derweil klar zu Bonn.

Annegret Kramp-Karrenbauer hat am Donnerstag bei der Einweihung der Helmut-Kohl-Allee nicht nur die Verdienste des CDU-Politikers und Altkanzlers gewürdigt, sondern auch ein Bekenntnis zu Bonn als zweiten Regierungssitz abgegeben.

„Für mich gelten die Grundlagen des Berlin-Bonn-Gesetzes“, sagte die CDU-Parteivorsitzende und Verteidigungsministerin. Sie stehe auch dazu, dass die Hardthöhe erster Sitz des von ihr geführten Verteidigungsministeriums ist. „Das ist nicht immer ganz unkompliziert“, sagte Kramp-Karrenbauer. Es sei aber mit Blick auf die besondere deutsche Geschichte berechtigt.

Oberbürgermeister Ashok Sridharan dankte AKK für das klare Bekenntnis. Bei der offiziellen Einweihung der Helmut-Kohl-Allee hatte er zuvor gesagt: „Bonn und Helmut Kohl sind untrennbar miteinander verbunden. Kohl war aus tiefster Überzeugung Europäer und trat von Bonn aus mit aller Kraft für das friedliche Miteinander in Europa ein. In Bonn wurden unter seiner Ägide die Weichen für die Wiedervereinigung Deutschlands gestellt.“

Der nach dem Kanzler benannte Abschnitt der B 9, an dem Kunstmuseum und Bundeskunsthalle liegen, ist rund 400 Meter lang, beginnt an der Genscherallee und reicht bis zum Helmut-Schmidt-Platz (Trajektknoten). Der neue Straßenname gilt seit 1. August. „Er hat diesen Abschnitt bestimmt unzählige Male passiert“, sagte Sridharan. Er sei sehr glücklich darüber, dass die Erinnerung an den Altkanzler nun im Bonner Stadtbild fest verankert sei. Mit der Umbenennung des Abschnittes der Friedrich-Ebert-Allee (B 9) möchte die Stadt insbesondere an die politische Lebensleistung Kohls erinnern.

Straßenschild „eines der wichtigsten in Bonn und in Deutschland“

Helmut Kohl war von 1982 bis 1998 der sechste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und führte 16 Jahre lang seine Amtsgeschäfte von Bonn aus. 25 Jahre lang war er zudem CDU-Vorsitzender. In seine Amtszeit als Kanzler fielen unter anderem der Fall der Mauer 1989 und die Wiedervereinigung im Jahr 1990.

„Es hat eine gewisse Zeit gedauert bis der richtige Ort gefunden werden konnte. Ich bin mir aber sicher, dass nun genau die richtige Stelle gefunden wurde“, sagte Kramp-Karrenbauer. Es sei eine Straßenbenennung, die „verdient“ sei. Sie erinnerte daran, dass Bonn nicht nur eine „Kanzlerstadt“ sei, sondern auch die Stadt, die mit der Geschichte der CDU am engsten verbunden sei. Den Altkanzler würdigte sie als Parteivorsitzenden, der stets nach vorne gedacht habe. Unter seiner Führung habe sich die Mitgliederzahl schlagartig verbessert und er habe einen „umfassenden Modernisierungsgrad“ umgesetzt. Kohl sei daher für sie eine Inspiration.

Die CDU-Vorsitzende bezeichnete das neue Straßenschild als eines der wichtigsten in Bonn und in Deutschland. Während der Feierstunde im Foyer des Kunstmuseums sprachen auch Bodo Löttgen, Vorsitzender der CDU-Fraktion im NRW-Landtag, und Staatssekretär a.D. Johannes Ludewig, der an die Zeit mit dem Altkanzler erinnerte. Unter den geladenen Gästen waren zahlreiche damalige Funktionsträger, darunter die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth.

Google Maps muss noch nachziehen

Laut Stadt sind insgesamt vier Anlieger von der Adressänderung betroffen, darunter allerdings keine Privatpersonen. Die Bundeskunsthalle liegt nun an der Helmut-Kohl-Allee 4 – auf der Museums-Internetseite wird schon auf die neue Adresse hingewiesen. Der Kartendienst Google Maps verortet die Allee zwar an die richtige Stelle, allerdings heißt sie dort noch Friedrich-Ebert-Allee.

Zuerst sollte die Überführung der B 9 über die Autobahn 562 am ehemaligen Landesbehördenhaus den Namen des Altkanzlers tragen, allerdings scheiterte der Plan, weil die Stadt den Namen nicht in Eigenregie ändern durfte, da dieser Teil samt der Fahnenaufstellfläche zur Autobahn gehört. Deren Namen kann nur das Bundesverkehrsministerium vergeben und somit auch ändern.

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