Planung für Endenicher Allee: Anlieger protestieren gegen Baumfällungen in Bonn

Planung für Endenicher Allee : Anlieger protestieren gegen Baumfällungen in Bonn

Die Bonner Bezirksvertretung befasst sich am 30. Oktober mit einem Bürgerantrag gegen Rodungen. Auch das Verfahren der Kanalsanierung und die alternative Verkehrsführungen stoßen auf Skepsis.

Die Stadt hat die Anlieger am 9. September bei einer Bürgerversammlung über die Baumaßnahmen an der Endenicher Allee informiert. Der kurze Vorlauf hatte Bürger bei der Versammlung empört. Die Kritik reicht aber weiter. „Warum hat man sich für eine offene Bauweise entschieden und nicht für eine minimalinvasive?“, fragt Anwohnerin Dorothee Koch. Die Wahl des offenen Bauverfahrens erscheine ihr nicht schlüssig.

Die Verwaltung habe die Art der Erneuerung durch Fachingenieure bewerten lassen, erklärt Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann. Mit dem Ergebnis, dass die zwei, teilweise drei parallel verlaufenden alten Kanäle durch einen einzigen ersetzt werden können. Da der oben liegende Bestandskanal in einem schlechten Zustand sei, sei es sinnvoll, ihn stillzulegen und den darunter verlaufenden zu erneuern.

Ausweichstrecke "unausgegoren"

Die Lage der Fernwärmeleitungen genehmigt die Stadt. „Die Fernwärmehauptleitungen sind grundsätzlich im Fahrbahnbereich vorzusehen“, sagt SWB-Sprecher Michael Henseler. An der Mensa habe man ausnahmsweise Fläche außerhalb des Straßenraums nutzen dürfen, weil sie der Stadt gehöre. Eva-Maria Schüler, Patientin einer Arztpraxis an der Allee, hält die Ersatzverkehrsführung über den Wiesenweg für unausgegoren. „Dort fahren viele Schüler mit dem Fahrrad entlang“, betont sie. Für die werde es eng. Zudem fielen sicher viele Parkplätze ersatzlos weg.

Sie hat deshalb an die Stadt geschrieben und vorgeschlagen, die Uni und den Investor an der Sebastianstraße, der die Fernwärme nutzen will, zu fragen, ob sie Anwohnerparkplätze an der Nußallee (Uni) oder am ehemaligen Paulusheim zur Verfügung stellen. Marie-Louise Sengonca, Mieterin an der Allee, ärgert sich darüber, dass wegen eines „Großinvestors“ die Baustelle in die Länge gezogen werde. Zudem regt sie sich über die „leichtfertige“ Fällung von Bäumen auf. Anwohner Jürgen Graff sieht das ähnlich.

„Ich kann nicht verstehen, wie man die Bäume für Bauarbeiten, die ein Jahr dauern, abholzen kann.“ Er hat einen Bürgerantrag gegen die Fällung eingebracht und schlägt vor, dass Autos und Busse stadtauswärts über Poppelsdorf oder die Kaufmannstraße umgeleitet werden. „Manchmal habe ich das Gefühl, wir bewerben alternative Verkehrsmittel und tun nichts dafür“, so Graff.

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