Fall am Landgericht Bonn: Angeklagter Taxifahrer bestreitet Vergewaltigung

Fall am Landgericht Bonn : Angeklagter Taxifahrer bestreitet Vergewaltigung

Ein Taxifahrer aus Bonn muss sich seit Montag am Landgericht wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung verantworten. Der Familienvater bestreitet die Tat und sagt, von der 50-jährigen Kundin zum Sex aufgefordert geworden zu sein.

Zwei Jahre liegt die Fahrt zurück, die einen 39-jährigen Taxifahrer wegen Vergewaltigung auf die Anklagebank gebracht hat. Am 22. September 2017 war er von der Taxizentrale nach Kessenich beordert worden, um eine „Dame mit Hund“ abzuholen. Es schien eine heitere Fahrt zu werden, denn die Kundin war „eine zierliche Frau, gut angetrunken, aber lustig und fröhlich, die gleich auf Sex zu sprechen kam“, sagte der Angeklagte am Dienstag.

Die Anklage wirft dem vierfachen Vater vor, dass er der Frau gedroht haben soll, ihren kleinen Hund „platt“ zu machen, wenn sie nicht mache, was er wolle. In einem Supermarkt habe sie dann noch Kondome kaufen müssen, bevor das Taxi auf den Parkplatz am Römerbad fuhr, wo er sie laut Anklage zum Oralverkehr gezwungen haben soll. Danach soll der Mann die Frau nach Hause gefahren haben, wo ihr Mann sie – in Tränen aufgelöst – in Empfang genommen habe. Der 54-Jährige rief sofort die Polizei. Bei seiner Frau wurden Spuren gesichert. In ihrem Blut wurden zwei Promille Alkohol festgestellt. Noch in der Nacht wurde der Taxifahrer ausfindig gemacht und vernommen.

Angeklagter gibt Lüge bei Polizei zu

Bei der Polizei habe er gelogen, gestand er am ersten Prozesstag. Damals hatte er bestritten, dass es überhaupt zum Sex im Auto gekommen sei. Er habe aus Angst, seinen Job als Taxifahrer zu verlieren, gelogen. „Aber eine Vergewaltigung hat es an dem Abend nicht gegeben“, beteuerte er erneut und ließ seine Version von seinem Verteidiger vortragen: Tatsächlich habe die Kundin, die während der gesamten Fahrt freizügig über ihre sexuellen Erlebnisse berichtet habe, ihn direkt angemacht.

In Höhe Museum Koenig habe sie plötzlich gesagt, dass sie Sex mit ihm haben wolle. Hin- und hergerissen zwischen schlechtem Gewissen gegenüber seiner Frau und sexueller Erregung, habe er dann doch ja gesagt. „Whow, das ist ja mal ein Jackpot“, habe sie geantwortet und ihm zugezwinkert. Aber er mache es nur mit Kondom, so seine Bedingung. Weil er sich jedoch schämte, in den Supermarkt zu gehen, habe er die Frau geschickt. Sein schlechtes Gewissen jedoch stieg, hieß es in seiner Einlassung weiter.

Taxifahrer verlor Personenbeförderungsschein

Als die 50-Jährige sich auf dem Parkplatz sofort seiner bemächtigte, sei die Erregung weg gewesen, und er habe sie gestoppt. Das habe die Dame sehr wütend gemacht. So könne er nicht mit ihr umgehen, soll sie gesagt haben. Dann habe sie darauf bestanden, zu Fuß nach Hause zu gehen und zahlte 18 Euro für die Fahrt. Aber dann wollte sie doch vor die Haustür gefahren werden. Was er auch gemacht habe.

Seit dieser Nacht fährt der 39-Jährige kein Taxi mehr, seinen Personenbeförderungsschein habe er wegen der gravierenden Vorwürfe verloren. Mit einem Minijob versuche er jetzt seine Familie finanziell über Wasser zu halten. Am nächsten Verhandlungstag soll die 50-Jährige gehört werden – unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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