Kinderspielplätze in Dransdorf: An der Haberstraße soll ein neuer Spielplatz entstehen

Kinderspielplätze in Dransdorf : An der Haberstraße soll ein neuer Spielplatz entstehen

Die Stadt Bonn reagiert darauf, dass in das Wohnviertel in Dransdorf immer mehr junge Familien ziehen. Bislang müssen die Kinder immer über eine viel befahrene Straße gehen, um einen Spielplatz zu erreichen. Das soll sich bald ändern.

Neun Kinderspielplätze mit einer Gesamtfläche von 21.000 Quadratmetern gibt es in Dransdorf. Gemessen an den anderen Spielplätzen in Bonn ist der Stadtteil im Norden also gut versorgt. Allerdings gibt es für Kinder nördlich der Justus-von-Liebig-Straße ein Problem: Sie müssen die stark befahrene Straße überqueren, um zu den Spielgeräten zu gelangen.

In dem Quartier rund um den Römerweg leben laut Stadtverwaltung derzeit rund 40 Kinder unter 15 Jahren. Wie der SPD-Stadtverordnete Stefan Eickschen als Anwohner beobachtet, „ziehen aufgrund des Generationswechsels fortwährend weitere Familien in das Wohngebiet“.

Anfang 2017 hat die Bezirksvertretung Bonn deshalb beschlossen, dass dort ein Spielplatz gebaut werden soll. Ausgewählt wurde ein städtisches Grundstück an der Haberstraße. Die Verwaltung hat den Auftrag, dort auf 1500 Quadratmetern einen Spielplatz mit Freifläche zu schaffen. Die Ausgangssituation ist gut, weil für das Gebiet kein Bebauungsplan aufgestellt ist. Die Fläche ist von reinen Anliegerstraßen umgeben, sodass keine aufwendige Grundstückssicherung nötig ist.

Die Verwaltung räumt ein, dass die geplante Fläche bezogen auf vergleichbare Standorte relativ groß sei. Die Begründung: Da die nächstgelegenen Spielangebote für ältere Kinder, wie die Bolzplätze an der Gerhart-Hauptmann- und an der Siemensstraße, von der Haberstraße aus per Fußmarsch rund 1,3 Kilometer entfernt liegen, soll auch eine Fläche für Ballspiele angeboten werden.

Der gesamte Spielplatz soll „naturnah und – soweit möglich - reduziert, somit kostengünstig“ gestaltet werden. Die Politiker haben zudem eine Bedingung in den Beschluss aufgenommen: Bei der Planung soll darauf geachtet werden, dass der Weg zum Spielplatz ausreichend beleuchtet ist.

Die Verwaltung setzt nach Erfahrungswerten bei anderen Projekten Kosten zwischen 60 und 100 Euro pro Quadratmeter an. Bei der geplanten Fläche von 1500 Quadratmetern ist demnach mit Ausgaben von 90.000 bis 150.000 Euro zu rechnen. Eine detaillierte Aufstellung soll folgen. Laut Beschluss der Bezirksvertretung von 2017 sollen Mittel im Haushalt 2019/2020 eingeplant werden. Das Geld ist da, wie eine Anfrage der SPD-Fraktion jetzt ergab. Die Verwaltung verweist auf verschiedene Töpfe. Für die Finanzierung der Spielplätze Haberstraße, Auf dem Hügel und Geislar-West stehen demnach 760.000 Euro zur Verfügung.

Wie lange die Kinder im Wohnquartier an der Justus-von-Liebig-Straße noch auf ihren Spielplatz warten müssen, lässt sich nicht absehen. Das Presseamt teilt mit, dass zwar Anfang des Jahres die Grundlagen für die weitere Planung ermittelt wurden. Mit den Vermessungsarbeiten konnte aber noch nicht begonnen werden, weil dazu die Brombeersträucher auf dem zugewucherten Areal gerodet werden müssen. Allerdings hat die Untere Naturschutzbehörde die geschützte Zauneidechse bei ihrer Prüfung in unmittelbarer Nähe des Geländes dokumentiert. Die Stadt muss sich die Rodung genehmigen lassen. Der Kahlschlag der Sträucher könne ohnehin nicht vor Ende der Vogelbrutzeit, also im September erfolgen.

Die nächsten Schritte: In Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde finden artenschutzrechtliche Prüfungen statt. Anschließend soll die Fläche in den Wintermonaten von Brombeeren befreit und vermessen werden, bevor ein Landschaftsarchitekt den Auftrag für die Planung erhält. Dann wird es für die Kinder interessant, denn sie können sich laut Verwaltung an der konkreten Planung beteiligen. Bis zur Umsetzung wird es wieder einige Zeit dauern.