Bonn-Castell: Am Rheinufer entsteht eine rumänisch-orthodoxe Holzkirche

Bonn-Castell : Am Rheinufer entsteht eine rumänisch-orthodoxe Holzkirche

Auf dem Gelände des Generalkonsulats von Rumänien entsteht eine rumänisch-orthodoxe Holzkirche. Vor dem Transport in Bonn wurde sie schon einmal in Rumänien aufgebaut.

Ein kleines architektonisches Kleinod entsteht am Rheinufer in Castell: eine Holzkirche. Auf dem Gelände des Generalkonsulats von Rumänien, dem Rhein zugewandt, kann der Rohbau des Gotteshauses von der Rheinpromenade aus betrachtet werden. Erbaut wird die kleine Kirche am Legionsweg von der rumänisch-orthodoxen Kirchengemeinde „Die Heiligen Stefan, Cassius und Florentius“ aus Bonn.

Mit dieser Kirche hat es eine besondere Bewandtnis. Sie ist im traditionellen Stil der Holzkirchen aus der Region Maramures in Rumänien gebaut. Sie wurde dort entworfen, aufgebaut und anschließend wieder abgebaut und nach Bonn transportiert. Am Rhein wurde die Kirche dann wieder aufgebaut. Vor Weihnachten begann die Außenarbeiten, nun geht es an den Innenausbau. Pfarrer Catalin Preda hofft, dass sie noch im Frühjahr abgeschlossen werden kann. „Ich würde gerne das Osterfest mit unserer Gemeinde in dieser Kirche feiern können.“

Bauantrag schon 2009

Die Idee, in Bonn eine Kirche zu bauen, entstand laut Eduard Banner von der rumänisch-orthodoxen Kirchengemeinde schon vor vielen Jahren. „Den Menschen, die zum Konsulat kommen, wollten wir die Möglichkeit geben, auch ein Gebet zu sprechen“, sagt er. Der rumänische Staat, dem das Grundstück gehört, stellte die benötigte Fläche auf der Rheinseite zur Verfügung. Die Idee entstand 2006, im Jahr 2009 wurde der Bauantrag der Stadt Bonn gestellt, die Baugenehmigung dann 2016 erteilt.

Banner nennt zwei Gründe, warum das so lange gedauert hat. Zum einen ist da die besondere Lage am Fluss, wo nicht so leicht eine Baugenehmigung zu bekommen sei. Der andere Grund sei der Brandschutz gewesen, für den mit dem Holzbau einige Hürden zu nehmen waren. Denn dieses Gotteshaus besteht zu 99 Prozent aus Eichen- und Tannenholz, versichert Banner. Ein weiterer Grund sind sicherlich auch die Kosten von rund 250 000 Euro, die komplett über Spenden aufgebracht werden mussten. „Für den noch offenen Betrag stehen wir derzeit in guten Verhandlungen mit einer Bank“, sagt Banner. Er hofft, dass Mitte des Jahres, „vielleicht noch im Mai“, die erste Messe im neuen Gotteshaus gehalten werden kann. Dann wird die neue Glocke im Kirchturm die Gläubigen zur Messe rufen. „Sie wird nur zur Messe geläutet“, verspricht Pfarrer Preda.

Typisch für rumänisch-orthodoxen Kirchen sei, so Banner, dass sie keine Orgeln haben. Die Kirchengesänge werden von einem Chor begleitet. Es wird auch keine Bänke wie in den katholischen Kirchen geben, sondern Stühle. Platz wird für rund 120 Gläubige im Erdgeschoss und auf einem Balkon sein. „Wichtig ist bei uns auch die künstlerische Bemalung, insbesondere der Ikonen“, sagt er. Doch dafür müssen erst einmal weitere Spenden gesammelt werden. Auf alle Fälle noch im Jahr 2018 soll dieses Kleinod in vollem Glanz erstrahlen. „Diese Kirche wird dann einmalig im Westen von Deutschland sein“, ist Pfarrer Preda schon heute stolz auf „seine“ Kirche.

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