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Bonn schreibt ein Kinderbuch: Am liebsten zwei Kugeln Eis für Sima

Bonn schreibt ein Kinderbuch : Am liebsten zwei Kugeln Eis für Sima

Der offene Literaturtreff für Kinder in der Buchhandlung Bartz in Beuel erarbeitete das fünfte Kapitel

Annemarie Bechert kam kaum mit, als ihr die Kinder den Fortgang von Simas Geschichte diktierten. Die pensionierte Lehrerin saß in einer Ecke der Beueler Buchhandlung Bücher Bartz. Um sie herum stand eine Schar von Kindern, die eifrig ihre Ideen für das fünfte Kapitel präsentierten.

Seit gut zwei Jahren treffen sich Kinder im Grundschulalter dort einmal im Monat, um gemeinsam mit Bechert eine Geschichte zu lesen, zu erzählen und zu schreiben. „Anfangs habe ich nur vorgelesen, inzwischen lesen aber alle selbst so gut, dass wir nun schreiben“, sagte Bechert. Deshalb habe die Teilnahme am Kinderbuchprojekt „Ankommen in Bonn“ so gut zur Gruppe gepasst.

Marie, Nina, Martha, Moritz und Muriel waren auch zum weiten Treffen gekommen, während Daphne und ihre Schwester Barbara fehlten. Die Kinder besuchen unterschiedliche Schulen in Beuel. Simas Erkundungstour konnten sie sich lebhaft vorstellen. „Da muss auf jeden Fall die Kennedybrücke mit rein“, sagte Moritz. Schnell fällt das Wort Bröckemännche.

„Wenn Sima in die Stadt geht, muss sie über den Markt und die Marktschreier hören. Da lernt sie neue Wörter“, schlug Muriel vor. Die Kinder verfolgten gespannt, was Annemarie Bechert in ihren Laptop tippte und anschließend vorlas. „So, und wie geht es nun weiter? Wir wollen doch noch den Friseur einbauen.“ Ob es überhaupt Unterschiede zwischen den Friseuren hier und in Syrien gibt, wollte sie weiter von den Kindern wissen. Nina: „Klar, die Barthaare werden herausgezwirbelt, und Frauen und Männer sind getrennt.“ Keine Frage, die jungen Autoren waren vorbereitet und hatten klare Vorstellungen davon, wie ihr Kapitel endet. „Sima trifft zufällig einen Freund aus ihrer Heimat, der sie und ihre Freunde zum Eis einlädt. Am liebsten zwei Kugeln“, rief Marie. „Nein, das ist doch zu teuer. Eine Kugel klingt besser“, riet Martha.