Umzug der Bonner Radstation: Am Bahnhof entstehen Apartments für Studenten

Umzug der Bonner Radstation : Am Bahnhof entstehen Apartments für Studenten

Die Tage des Zeltdaseins der Caritas-Radstation hinter dem Hauptbahnhof sind gezählt - aber noch nicht der provisorische Status. Voraussichtlich im Januar zieht die Radstation in das alte Parkhaus nebenan.

Das bestätigte Detlev Klaudt von der Projektgesellschaft Quantiusstraße. Am südlichen Ende der Quantiusstraße, dort wo die Radstation ihr Zelt aufgebaut hat, will er ein Haus mit 200 Studentenapartments errichten. "Alle Beteiligten sind sich einig, wir warten noch auf die Baugenehmigung, aber wir gehen von einem Baubeginn im Frühjahr 2013 aus", sagte Klaudt.

Das bestätigte auch Franz Heumüller von der Kommunikation der Deutschen Bahn in Düsseldorf: "Die Fahrradstation, die ursprünglich im Parkhaus Platz finden sollte, soll im geplanten Studentenapartmenthaus neben dem Bahnhofszugang untergebracht werden - mit dann dort 550 Fahrradstellplätzen und Serviceeinrichtungen."

Steht das neue Haus, wird das Parkhaus der Bahn abgerissen. Wie berichtet, hatte ein Gutachten über die Schäden Anfang 2011 gezeigt, dass nicht, wie ursprünglich angenommen, nur die Fassade verwittert war und eine mehr oder weniger kosmetische Behandlung brauchte.

Vielmehr war das Ausmaß der Schäden doch sehr viel größer, wie ein DB-Vertreter vortrug. Die Gummifugen zwischen den Betonplatten waren porös - Folge von Regenwasser, das sich in den Fugen festgesetzt hatte beziehungsweise über die Fugen in die Fassadenverkleidung geflossen war. Bisher war noch nicht eindeutig klar, ob das Parkhaus noch saniert werden könnte oder ob es abgerissen werden müsste. Die Entscheidung ist von DB-Seite jetzt aber gefallen.

"Der Neubau des Parkhauses wird durch die Bahn erst nach Fertigstellung des Studentenhauses, in dem auch die Radstation untergebracht werden wird, erfolgen", sagte der DB-Sprecher dem General-Anzeiger. Das Parkhausgebäude, so hatte Bernhard Christ, Leiter des Bahnhofsmanagements in Bonn, kürzlich auf Anfrage mitgeteilt, sei auf jeden Fall "betriebssicher".

Unterdessen hat die Stadtverwaltung bereits signalisiert, dass sie dem Sozialprojekt der Caritas einen jährlichen Zuschuss in Höhe von "maximal" 173.200 Euro zur Verfügung stellen will. Das geht aus einem Beschlussvorschlag der Verwaltung für den Planungsausschuss hervor, der heute ab 18 Uhr tagt. Wie berichtet, hat der Rat bereits im Sommer 87.000 Euro zur Deckung eines Defizits bewilligt, damit der Betrieb der Radstation in diesem Jahr sichergestellt ist.

Der Caritas fehlt indes ein jährlicher Betrag von 173.200 Euro. Die 320 Fahrradstellplätze seien zu wenig, um wirtschaftlich profitabel arbeiten zu können, so Caritas-Chef Jean-Pierre Schneider.

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