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Theaterprojekt: Alle wollen Alice sein

Theaterprojekt : Alle wollen Alice sein

Die Selbstwahrnehmung und die Teamarbeit von Kindern und Jugendlichen stärken – darum geht es bei dem Projekt „Open Stage Door“. In vier Jugendeinrichtungen bietet des Junge Theater in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Theatergruppen an.

Gemeinsam haben die 40 Teilnehmer im Alter von acht bis 15 Jahren zusammen mit Theaterpädagogin Evi Mürlebach aus eigenen Ideen ein Theaterstück konzipiert. „Es ist unglaublich, was wir in dieser kurzen Zeit geschafft haben. Ich bin unglaublich stolz auf die Kinder, ich habe alle in mein Herz geschlossen.“ Das bisherige Ergebnis präsentierten sie jetzt in der Turnhalle Nordstraße. In dem Stück geht es um die bekannte Figur Alice, die einst das Wunderland kennen lernte. Sie hat vergessen wer sie ist, denn die böse Herz-Königin und deren Tochter haben sie mit einem Vergessens-Trank verzaubert. Die Welt von Alice besteht nur aus Schwarz und Weiß, alle Farben wurden ihr geraubt.

„Weil fast jede der Kinder die Hauptrollen Alice, Hutmacher und die böse Herz-Königin sein wollten, haben wir die Rollen geteilt.“ So zeigt das Stück in mehreren Rückblenden die Wandlung der Alice. Lena vom Jugendzentrum Uns Huus verkörpert eine der Rollen. Die Zwölfjährige ist bereits zum dritten Mal beim Projekt mit dabei. „Ich habe vorher acht Jahre Garde getanzt.“

Eine Tänzerin und einen Koch hat die elfjährige Ilinca vom Jugendzentrum Nordstraße bisher gespielt. „Diesmal wollte ich mal eine böse Rolle ausprobieren und mich deshalb für die Herzkönigin entschieden.“ Zukünftig möchte sie eine Theaterschule besuchen und sich immer weiter verbessern. Den Traum vom Schauspielerdasein hat Joelina wieder verworfen, nun möchte sie Bäckerin werden. „Ich habe schon mal bei einem Weihnachtsstück mitgespielt.“ Die Zwölfjährige verzaubert als „Coolio“, der Tochter der Herzkönigin, Alice.

Jede Woche wird in jedem der Zentren, im Jugendzentrum Brüser Berg, im Jugendhaus Nordstraße sowie in den Jugendzentren „Das Flax“ und „Uns Huus“, für zwei Stunden geprobt. „Etwa sechs Mal kommen dann alle 40 Kinder zusammen für ein gemeinsames Training“, so Mürlebach. Vor allem sozial schlechter gestellte Kinder sollen kreativ gefördert werden. Eine neu kreierte Rolle spielt Emilie, die zum ersten Mal bei dem Projekt „Open Stage Door“ dabei ist. Sie ist die „Mutatia“, die Verwandlung, und startet eine Revolution, um wieder Farben ins Wunderland zu bringen. Für ihre Rolle hat die Schülerin einen eigenen Song komponiert. „Das Stück heißt 'Farben'. Ich habe schon mal für eine Familienhochzeit ein eigenes Stück am Klavier vorgetragen.“

Mit einer sehr sanften Stimme singt sie die Zeilen „Ich wünsche mir, dass mich jemand versteht. Kannst du die Farben sehen?“ und erntete damit tosenden Applaus. Einen flotten Rap legte der 14-jährige Mirhat hin, der mit Hut und Hasenohren auf dem Kopf den Märzhasen verkörperte. „Ich finde es toll, dass man sich beim Projekt selbst ausprobieren kann. Es macht einfach großen Spaß.“

Premiere des Stücks „Alice“ ist am 28. Mai im Jungen Theater Bonn, Herrmannstraße 50.