Herausragende Nachwuchsförderung: Agentur für Arbeit zeichnet vier Ausbildungsbetriebe aus

Herausragende Nachwuchsförderung : Agentur für Arbeit zeichnet vier Ausbildungsbetriebe aus

Appell für eine gute Ausbildung: Die Bundesagentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg hat am Mittwoch bei der Reifenhäuser Maschinenfabrik vier ausgesuchte Arbeitgeber aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis für ihre herausragende Nachwuchsförderung ausgezeichnet.

Die Schulnoten aus den Abschlusszeugnissen geben kaum das wieder, was die jungen Ausbildungsplatzsuchenden tatsächlich leisten können. Dieser Ansicht ist nicht nur Michael Kamen, Leiter der Ausbildungswerkstatt bei der Reifenhäuser GmbH & Co. KG Maschinenfabrik in Troisdorf, wo die Bundesagentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg am Mittwoch vier ausgesuchte Arbeitgeber aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis für ihre herausragende Nachwuchsförderung auszeichnete. Michael Nostadt, der in Sankt Augustin das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Kardiologie, Gastroenterologie und Allgemeine Innere Medizin leitet, interessiere sich weniger für die Noten, als vielmehr das Gesamtbild der jungen Menschen, die bei ihm eine Ausbildung anstreben, sagte seine Praxismanagerin Sophia Grammenoudi, die den Preis mit der medizinischen Fachassistentin Fee Estelle Pilger entgegennahm.

"Michael Nostadt verlangt auf der einen Seite viel Wissen und Engagement von den Auszubildenden, bietet aber auch ein über 18 Jahre gewachsenes, intensives und strukturiertes praxisinternes Ausbildungsprogramm und belohnt und motiviert sie mit einem Bonussystem", so Grammenoudi. Die Praxis sei die erste aus dem Bereich der Ärztekammer, die ausgezeichnet werde, sagte der Sprecher der Agentur für Arbeit, Lars Normann.

Als "Kümmmerer" bezeichnete Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, Elektromeister Andreas Wagner, der die Azubis der V.D.Elektrotechnik, die in Bonn drei Filialen hat, unter seinen Fittichen hat. Gerade wenn junge Menschen aus dem System Schule in die neue Arbeitswelt wechselten, müssten sie sich komplett umstellen. Dafür bräuchte es auch persönlicher Fürsprache, sagte Oliver Krämer, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg. V.D. Elektrotechnik bilde "Kollegen" aus: "Was hier so herausragend ist, ist der Umgang mit den jungen Menschen. Sie werden von Anfang an auf Augenhöhe behandelt. Dieser Betrieb, der mit technischen Wohnraumlösungen zudem eine hochinteressante Ausbildung anbietet, besticht durch umfassende Begleitung und Förderung."

"Die guten Fachkräfte machen den Wert eines Unternehmens aus", sagte der Vorstandsvorsitzende der Reifenhäuser Gruppe, Bernd Reifenhäuser. Das Unternehmen, das 70 Prozent seines Umsatzes außerhalb der EU macht und unter anderem eine Produktionsstätte in den USA hat, brauche Spezialisten, sagte er. "Zurzeit investieren wir dort drüben in eine neue Fertigung mit zertifizierten Anlagen. Diese müssen von gut ausgebildeten Fachkräften bedient werden, von denen viel abverlangt wird." Gute Ausbildung liege im Interesse der Unternehmen, appellierte er, denn immer noch, bilden gerade ein Drittel aller Unternehmen in Deutschland noch selber aus, ergänzte Krämer. Für Reifenhäuser steht fest: "Es rechnet sich nicht, in Low-Cost-Countrys zu produzieren." Krämer rief Eltern und Lehrer auf, offen für die handwerkliche Ausbildung zu sein. Auch ausgezeichnet wurde das Café Nick.

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