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Ältester Bonner Karl Grimm mit 108 Jahren gestorben

Nachruf : Ältester Bonner Karl Grimm mit 108 Jahren gestorben

Der frühere Hausarzt und passionierte Ruderer Karl Grimm war der älteste Bonner. Am 25. April ist er kurz nach seinem 108. Geburtstag gestorben.

Karl Grimm war der älteste Bonner. Wie jetzt bekannt wurde, ist er am 25. April kurz nach seinem 108. Geburtstag gestorben. Geboren am 5. April 1912, hat er in geistiger Frische, weitestgehend körperlich gesund und bis zuletzt in der eigenen Wohnung in Beuel lebend dieses hohe Alter erreicht. Seine Hausarztpraxis in Kessenich und sein sportliches Hobby, das Rudern, haben ihn zeitlebens fit gehalten. Seine Frau Hedda hat sich um ihn bis zum Schluss gekümmert. Er hinterlässt zwei Kinder.

88 Jahre lang treues Mitglied der Bonner Ruder-Gesellschaft

Karl Grimm, noch zu Zeiten des Kaiserreichs geboren, unternahm in seiner Jugend ausgedehnte Rudertouren auf dem Rhein, als ihn bald der Zweite Weltkrieg erfasste. Seine Berichte von prägenden Erlebnissen beim Militärdienst in Russland und im Kaukasus, wo er fünf Jahre lang deutsche Kriegsgefangene als Arzt betreute, hinterließen bei den Zuhörern tiefen Eindruck. Erst 1949 konnte er nach Bonn zurückkehren und sich um seine eigene Existenz, den Aufbau und die Führung seiner Arztpraxis, kümmern. Die Praxis existiert noch heute. Bis vor wenigen Jahren wurde sie von seiner Tochter Angela Grimm-Kraft geführt.

Grimm war 88 Jahre lang treues Mitglied der Bonner Ruder-Gesellschaft. Er gab seinen Vereinskameraden und den Mitgliedern stets mit auf den Weg, im Alter nicht träge zu werden und regen Kontakt zu seiner Umwelt zu halten. Man müsse aktiv bleiben, nur so könne man einer „Verkalkung im Oberstübchen“ entgegenwirken, war sein Credo. Immer brachte er seinem Verein und seinen Kameraden stets ein reges Interesse entgegen. Noch zum 106. Geburtstag haben Karl Grimm, mit der goldenen Ehrennadel des Deutschen Ruderverbandes sowie der Bonner Ruder-Gesellschaft am Revers, und seine Frau Hedda Gratulanten des Vereins zum Besuch empfangen. „Anregende Gespräche über gemeinsame Rudererlebnisse, bei denen Herr Grimm mit enorm vielen Detailkenntnissen glänzte, aber auch der berufliche Lebensweg waren lebendige Unterhaltungsthemen“, erinnert sich Manfred Hohberg, selbst mehr als 50 Jahre im Vorstand des Vereins aktiv.

Grimm ist ein Vorbild

Für den Ersten Vorsitzenden der Bonner Ruder-Gesellschaft, Bert Bauer, ist Grimm ein Vorbild: „Herr Dr. Grimm hat uns Aufgeschlossenheit, Neugier und Interesse am Leben und der Umwelt gelehrt“, erzählt er mit einem Lächeln im Gesicht. „Aspekte, die man den eigenen Ruderkameraden und Mitgliedern unbedingt mitgeben wolle.“ Beim letzten Besuch der Vereinsvertreter, zum 107. Geburtstag Grimms, lag noch die Tageszeitung auf dem Couchtisch, nicht etwa nur zur Dekoration. Grimm präsentierte dabei auch stolz das erhaltene Gratulationsschreiben des Bundespräsidenten. Manchmal habe ihm auch ein Gläschen Riesling nicht geschadet, sagte er einmal. „Mit Neugier und Aufgeschlossenheit ins hohe Alter – die Bonner Ruder-Gesellschaft nimmt Abschied vom ältesten Bonner“, sagte Bert Bauer. „Die Bonner Ruder-Gesellschaft ist dankbar für solch ein langjähriges Mitglied und wird ihn mit seiner aufgeschlossenen und liebenswerten Art in guter Erinnerung behalten.“