Würdigung für den Altkanzler: Abschied von Helmut Kohl

Würdigung für den Altkanzler : Abschied von Helmut Kohl

Die Bonner gedenken des verstorbenen Altkanzlers gleich an zwei Orten: im Bonner Dienstsitz des Bundeskanzleramtes und im CDU-Fraktionssaal im Alten Rathaus.

Von 1982 bis 1998 arbeitete der vergangenen Freitag im Alter von 87 Jahren verstorbene Helmut Kohl im Bonner Bundeskanzleramt. Die langjährige Wirkungsstätte des früheren Bundeskanzlers an der Welckerstraße 11 ist seit Dienstag zu einem Ort des Gedenkens geworden – dort liegt ein Kondolenzbuch aus, in das sich jeder eintragen kann. Ein großer Staatsmann, großer Politiker und großer Europäer ist gegangen, heißt es dort in einem Eintrag. In einem anderen danken die Autoren Kohl dafür, dass er „das verwirklicht hat, wofür wir jahrzehntelang gekämpft haben“ – und spielen damit auf die Wiedervereinigung an.

Das ist generell der Tenor, der beim Blick in das schon gut gefüllte Kondolenzbuch noch einmal deutlich wird: Kohl wird den Menschen als Kanzler der Wiedervereinigung in Erinnerung bleiben. Noch bis einschließlich Dienstag kommender Woche liegt das Kondolenzbuch täglich von 9 bis 18 Uhr im Foyer des Bonner Dienstsitzes des Bundeskanzleramts aus. Diesen Donnerstag wird sich auch Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan eintragen.

Auch die Bonner CDU gibt seit Dienstag Trauernden die Möglichkeit, sich von Helmut Kohl zu verabschieden. Der gebürtige Ludwigshafener und Ehrenbürger Europas war nicht nur 16 Jahre lang Kanzler, sondern auch 25 Jahre lang CDU-Parteichef. Das Kondolenzbuch liegt montags bis freitags zwischen 9 und 16 Uhr im Fraktionssaal (Raum 3.03) im ersten Obergeschoss des Alten Rathauses. „Wir möchten den Bonnerinnen und Bonnern im Herzen der Stadt die Möglichkeit geben, mit persönlichen Worten ihrer Trauer Ausdruck zu geben“, sagte der CDU-Kreisvorsitzende Christos Katzidis.

Eine Möglichkeit, die schon am ersten Tag sehr gut angenommen wurde. „Das halbe Buch ist schon voll, rund 50 Leute haben sich schon eingetragen“, berichtet Fraktionsreferentin Mareike Röhrich am Dienstagnachmittag. Besonders beeindruckt hat sie eine ältere Dame. „Die Frau war schon um die 85 Jahre alt und hat sich trotz der Hitze auf den Weg hierher gemacht. Man merkte ihr an, dass es ihr sehr wichtig war, sich direkt einzutragen.“

Noch bis zum Tag des Staatsaktes, vermutlich am 1. Juli, können es ihr die Bürger im Alten Rathaus gleichtun und von Helmut Kohl verabschieden. Anschließend, so Katzidis, „werden wir das Kondolenzbuch der Familie Kohl übergeben“.