20 Jahre Superintendent: Abschied vom Bonner Brückenbauer Eckart Wüster

20 Jahre Superintendent : Abschied vom Bonner Brückenbauer Eckart Wüster

Nach 20 Jahren im Superintendentenamt des Evangelischen Kirchenkreises Bonn wurde Eckart Wüster am Freitag von Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, entpflichtet. Am 1. März wird Nachfolger Dietmar Pistorius eingesetzt.

Mit einem Festgottesdienst in der Kreuzkirche wurde am Freitagabend Pfarrer Eckart Wüster nach 20 Jahren als Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Bonn in den Ruhestand verabschiedet.

„Ich bin in diesem Amt nie allein gewesen. Ich habe mich unterstützt und getragen gewusst“, dankte der 65-Jährige Mitarbeitern, Gemeinden, den evangelischen Nachbarkirchenkreisen sowie den katholischen und weiteren Partnern der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) und nicht zuletzt seiner Familie. „Es war eine reiche Zeit, mit vielen guten Erfahrungen.“ In seiner Predigt warb der für seine unaufgeregte Art bekannte Wüster noch einmal eindringlich für die biblische Demut: „Wir arbeiten eine Weile mit am Projekt der Kirche, dann kommen andere.“ Er könne jedenfalls ohne Wehmut und guten Mutes loslassen. Am 1. März wird sein Nachfolger Dietmar Pistorius eingesetzt und am 13. März in der Schlosskirche eingeführt.

Entpflichtet wurde Wüster von Manfred Rekowski. Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland lobte den Superintendenten als einen Mann mit theologischem Kompass, Klarheit im Umgang mit Konflikten und Menschen, mit analytischen Fähigkeiten sowie als einen, „der auch in bleihaltiger Luft den Überblick behielt.“ All das habe Wüster über viele Jahre „in herausragender Weise erfüllt.“

Dank von OB Sridharan und Staddechant Picken

Oberbürgermeister Ashok Sridharan dankte nach dem Gottesdienst für die Stadt. Wüster habe sehr segensreich und ausgesprochen sachorientiert evangelisch gewirkt. „Sie waren für Bonn bei allen herausfordernden Fragen ein zuverlässiger Partner und Brückenbauer zwischen Stadt und Kirche“, so Sridharan. Die Evangelische Kirche sei nicht zuletzt durch Wüster ein „lebenswichtiger Teil unserer Stadt“ geworden.

Der katholische Stadtdechant Wolfgang Picken erklärte, Wüster habe in großer Beständigkeit über viele Jahre der christlichen Botschaft in Bonn eine hörbare Stimme verliehen. Man verdanke auch ihm, dass in Bonn eine „geschwisterliche Ökumene“ herrsche. „Sie waren der Katholischen Kirche ein treuer Wegbegleiter und sind zum Bruder geworden.“

Wüster war über Jahre auch nebenamtliches Mitglied der evangelischen Landeskirchenleitung. Auf diese Position wurde kürzlich bei der Landessynode Almut van Niekerk, Superintendentin des Kirchenkreises An Sieg und Rhein, gewählt. Mit ihr dankte Mathias Mölleken, Superintendent für Bad Godesberg-Voreifel, Wüster als profiliertem und loyalen Kollegen für die Zusammenarbeit sowie Wüsters ruhige und immer gesprächsbereite, offene Art. „Auch bei mal unterschiedlichen Interessen oder Rahmenbedingungen der drei Kirchenkreise erlebten wir ihn als solidarisch und kooperativ“, so Mölleken.