Parkhaus an der Rabinstraße

Verwirrung um Brücke am Bonner Hauptbahnhof

Bonn. Eine stählerne Fußgängerbrücke soll das neue Parkhaus und den Bonner Hauptbahnhof verbinden. Während der Bau des Parkhauses rasant voranschreitet, ist der Baubeginn für die Brücke noch nicht in Sicht.

Wenn voraussichtlich im nächsten Frühjahr das neue Parkhaus mit 260 öffentlichen und 40 privaten Stellplätzen an der Rabinstraße eröffnet, sollen die Parkhausnutzer eigentlich bequem über eine neue Fußgängerbrücke, die über die Nordunterführung zum Gleis 1 geplant ist, zum Bonner Hauptbahnhof gelangen. Ob dieser Plan aufgeht, ist derzeit allerdings fraglich. Der Stadtrat hat am Dienstagabend erst einmal nur einer Ausführungsvariante grünes Licht gegeben. Für die weitere Planungen benötigt die Stadtverwaltung nun noch einmal sechs Monate, erklärte Stadtbaurat Helmut Wiesner. Ebenfalls sechs Monate soll die Bauzeit dauern.

Dies alles stehe unter dem Vorbehalt, dass die Verwaltung auf die Ausschreibung seriöse Angebote bekomme oder angesichts der guten Baukonjunktur überhaupt Angebote erhalte, damit man die Ausschreibung nicht aufheben und wiederholen müsse. Dann wäre die Fertigstellung Ende April nicht möglich. Läuft dagegen alles glatt, so geht Wiesner von einer Fertigstellung etwa zu dem Zeitpunkt aus, an dem das Parkhaus in Betrieb gehe. „Das ist ein enger Zeitplan“, räumte er ein, „das wäre Punktlandung. Dafür lege ich aber meine Hand nicht ins Feuer.“

Kritik von der CDU

Für Bert Moll, planungspolitischer Sprecher der CDU, ein zu enger Zeitplan, wie er kritisch anmerkte. Schließlich sei die Erreichbarkeit des Hauptbahnhofs für Autofahrer, die DB-Fahrgäste zum Bahnhof bringen oder von dort abholen müssten, von Anfang an ein großes Thema im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Straße Am Hauptbahnhof gewesen. „Ich war auch davon ausgegangen, dass der Investor diese Brücke baut.“

Die Animation zeigt die geplante Brücke.

Die Animation zeigt die geplante Brücke.

Die Straße Am Hauptbahnhof soll nach Fertigstellung der Großbaustellen für das Maximiliancenter und die Gebäude „Urban Soul“ des Projektentwicklers „die developer“, zu denen auch das Parkhaus zählt, umgestaltet, die Straßenbahnschienen sollen verlegt und Radwege in beide Richtungen gebaut werden. Aus Süden kommend gibt es für die Autofahrer dann kaum noch Möglichkeiten, vor dem Bahnhof anzuhalten. Sie sollen deshalb über den Cityring aus Norden kommend in das Parkhaus geführt werden, von wo aus sie dann über die neue Gehwegbrücke zu den Bahnsteigen gelangen können.

Bestandteil des Mobilitätskonzepts

„Die Brücke ist wesentlicher Bestandteil des Mobilitätskonzepts rund um den Hauptbahnhof“, sagte Moll. Auf Nachfrage, warum die Planungen für die Brücke nicht längst weiter seien, erklärte Wiesner unter anderem, die Bahn habe der Stadt erst im März die schriftliche Zustimmung zur Baudurchführung erteilt. „Dadurch konnten wir erst jetzt mit den Ausführungsvarianten in die Politik gehen.“ Auf Nachfrage hieß es von einem DB-Sprecher: „Für den Bau der Gehwegbrücke hat es bereits im letzten Jahr Zusagen seitens der DB Netz AG gegeben.“ Es habe sich lediglich um eine mündliche Zusage gehandelt, erklärte Stadtsprecherin Monika Hörig daraufhin.

 

Die nun beschlossene Variante sieht eine stählerne Bogenbrücke vor, die die Stützwände der Nordunterführung als tragende Elemente nutzen kann. Die Kosten für die Brücke betragen laut Verwaltung rund 360.000 Euro und werden voraussichtlich zu 90 Prozent vom Land gefördert.