Täter auf der Flucht

Unbekannte sprengen Geldautomat an der Mensa in Poppelsdorf

Bonn. Am Mensagebäude in Bonn-Poppelsdorf ist in der Nacht zu Mittwoch ein Geldautomat aus der Wand gesprengt worden. Die Polizei fahndet nach den Tätern und bittet um Hinweise.

Der Geldautomat hängt an der Fassade, daneben klafft ein Loch von knapp einem Meter Durchmesser in der Glasscheibe. Bislang unbekannte Täter haben in der Nacht zum Mittwoch versucht, den Geldautomaten der Sparkasse an der Endenicher Allee, direkt neben der Uni-Mensa, zu sprengen. „Auffällig ist, dass sie dabei keine Gegenstände zurückgelassen haben“, sagte Polizeisprecher Robert Scholten. Trotzdem beschrieb er das Vorgehen als „nicht professionell“.

Um 4.15 Uhr schlagen die Brandmelder der Mensa am Campus Poppelsdorf Alarm. Die Feuerwehr ist innerhalb weniger Minuten zur Stelle, zu löschen gibt es indes nichts mehr. Die Feuerwehrleute finden nur ein Trümmerfeld vor, manche Teile sind bei der Explosion 20 Meter weit geflogen. Von den Tätern fehlt zu diesem Zeitpunkt schon jede Spur.

Ermittlungen stehen am Anfang

„Der Vorraum der Bank mit seinem außenliegenden Automaten ist stark beschädigt worden“, sagte Scholten. Die Reparaturen würden Zehntausende Euro kosten. Trotz der enormen Wucht blieb die eigentliche Geldkassette des Automaten, die noch einmal speziell gesichert ist, unversehrt. „Die Tat blieb erfolglos, es wurde keine Beute gemacht“, erklärte Scholten. Die Polizei steht mit ihren Ermittlungen noch am Anfang. So ist offen, warum die Täter vor oder nach der Sprengung ein Loch in das danebenliegende Schaufenster geschlagen haben. Auch der Zeitraum, in dem sich die Automatensprenger in der Nähe des Gebäudes aufgehalten haben und möglicherweise die Tat planten, bevor sie zuschlugen, ist noch nicht geklärt. Sprengstoffrückstände seien nicht gefunden worden, zum genauen Hergang macht die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben.

„Die Spuren deuten auf eine nicht so professionelle Vorgehensweise hin“, sagte Scholten. Alleine deshalb, weil kein Geld gestohlen wurde. Ungewöhnlich sei der Umstand, dass die Täter kein Werkzeug oder ähnliches zurückgelassen hätten. Es gebe bisher keine Parallelen zu anderen Fällen, bei denen in der vergangenen Zeit Geldautomaten in der Region gesprengt wurden. Obwohl die Polizei direkt nach der Sprengung eine Fahndung einleitete, ergaben sich keine Hinweise auf verdächtige Personen oder Fahrzeuge.

Keine Bande im Verdacht

Einen „bandenmäßigen Zusammenhang“, wie in dem Prozess vor dem Bonner Landgericht Anfang April, sehen die Ermittler bisher nicht. Ein Niederländer war zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er mit zwei Komplizen zwei Geldautomaten spektakulär gesprengt hatte. Tatorte waren Sparkassenfilialen auf dem Heiderhof in Bad Godesberg und in Wachtendonk am Niederrhein, bei denen sie insgesamt 125 000 Euro Beute machten. Überführt wurden sie unter anderem durch DNA-Spuren, die sich auf dem Heiderhof an einer Gasflasche fanden, die am Tatort zurückgeblieben war.

Die Polizei bittet Zeugen, die verdächtige Beobachtungen im Bereich des Campus gemacht haben, sich unter 02 28/1 50 zu melden