Erneute Durchsuchungen wegen Drogen

Tannenbuscher Ermittler stellen zahlreiche Waffen sicher

Die sichergestellten Waffen.

Die sichergestellten Waffen.

Bonn. Erneut hat die Bonner Polizei im Kampf gegen Drogenkriminalität Wohnungen durchsucht und Tatverdächtige festgenommen. Zwei Verdächtige sitzen in U-Haft.

Die Bonner Staatsanwaltschaft und Polizei gehen weiter gegen mutmaßliche Drogenhändler in Tannenbusch vor. Am Donnerstagmorgen wurden deshalb elf Objekte in Tannenbusch, der Bonner Innenstadt, in Medinghoven und in Alfter durchsucht, nachdem sich laut Polizei nach der letzten großangelegten Durchsuchungsaktion Anfang Mai Hinweise auf neue Tatverdächtige, Drogenlieferanten und -verstecke ergeben hätten. Insgesamt nahm die Polizei am Donnerstag fünf Personen vorläufig fest.

Mit den Waffen, die am Donnerstag bei Hausdurchsuchungen in Tannenbusch beschlagnahmt wurden, konnte nicht scharf geschossen werden. Das erklärte Polizei-Pressesprecher Simon Rott auf GA-Anfrage am Freitag. Bei zwei der Gewehre habe es sich um Dekowaffen gehandelt. Bei einem dritten, in diesem Fall echten Gewehr sei der Lauf zugeschweißt. Der Besitzer hätte sowohl das untauglich gemachte Gewehr als auch die vier beschlagnahmten Gas- und Schreckschusspistolen nur mit einem gültigen Waffenschein besitzen dürfen, sagte Rott. Gegen den 32-Jährigen ist hingegen explizit ein Verbot zum Waffenbesitz verhängt. Wie die Staatsanwaltschaft berichtet, dauern die Ermittlungen gegen insgesamt vier des Rauschgifthandels Verdächtige an. Zwei sitzen in U-Haft. Einen Haftbefehl gegen den Waffenbesitzer gebe es nicht.

Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler drei Autos sowie etwa 14.500 Euro Bargeld sicher, die aus Drogengeschäften stammen beziehungsweise finanziert worden sein sollen. Außerdem wurden kleinere Mengen Marihuana, Haschisch und Amphetamin sichergestellt. Bei dem 32-Jährigen, der im Verdacht steht, mit Kokain gehandelt zu haben, entdeckten die Ermittler mehrere Waffen - obwohl gegen ihn ein Waffenbesitzverbot besteht. Sichergestellt wurden mehrere Gewehre, Gaspistolen, Schreckschussrevolver sowie verbotene Elektroschocker und Teleskopschlagstöcke. Ob diese Waffen auch bei Straftaten zum Einsatz gekommen sind, sei bislang nicht klar.

Am 8. Mai wurden bei der bislang größten Razzia in Tannenbusch 23 Personen festgenommen, 300 Polizisten waren im Einsatz. Die Festgenommenen stehen im Verdacht, gewerbs- und bandenmäßig mit Rauschgift gehandelt zu haben. Die Beamten stellten zudem rund 60.000 Euro Bargeld und 49 Mobiltelefone sicher. Insgesamt durchsuchte die Polizei 35 Häuser und Wohnungen in Bonn, Alfter, Bornheim, Niederkassel und Köln. In der Folge gab es aufgrund der weitergeführten Ermittlungen neuerliche Durchsuchungen und Festnahmen.