Kommentar zum Schwitzen im Klassenzimmer

Sonnenschutz und Hitzefrei

Winfried Althausen stellt die Klimaanlage der Maria-Kahle-Schule ein.

Winfried Althausen stellt die Klimaanlage der Maria-Kahle-Schule ein.

Bonn. Die Bonner Schüler kommen oftmals auch deshalb ins Schwitzen, weil an den alten Gebäuden ein Sonnenschutz fehlt. Das muss sich ändern, meint GA-Redakteurin Lisa Inhoffen.

Ältere Semester werden sich noch erinnern: An besonders heißen Tagen saß man gespannt im Klassenzimmer und wartete auf die erlösende Durchsage, dass die letzte Unterrichtsstunde wegen der Hitze ausfällt.

Heute müssen die Schulleitungen vorausschauend planen, weil Schule längst nicht mehr reiner Lernort ist. Die Kinder und Jugendlichen verbringen heute einen großen Teil des Tages in der Schule: Sie essen dort zu Mittag, machen Hausaufgaben und spielen. Einfach ad hoc den Kindern freizugeben, das ist heutzutage nahezu undenkbar.

Untragbar ist, dass viele Schulen noch so aussehen wie vor Jahrzehnten. An Tagen wie diesen ohne Jalousien in einem Klassenraum mit rund 30 Leuten zu sitzen, ist wahrlich kein Vergnügen. Es ist nicht nur heiß: Weil alle tüchtig schwitzen, steigt auch die Luftfeuchtigkeit unangenehm an.

Und kratzen die Temperaturen mehrere Tage lang jedes Mal an der 40-Grad-Grenze, heizen die älteren Gebäude, von denen viele in den Nachkriegsjahren hochgezogen worden sind, so stark auf, dass auch das morgendliche Lüften kaum noch etwas bringt.

Keiner fordert Klimaanlagen für die Schulen, das wäre ökologisch auch völliger Unsinn. Aber jede Schule sollte zumindest mit einem vernünftigen und vor allem funktionierenden Sonnenschutz ausgestattet sein.

Ach ja, warum sind die Schulfassaden und -dächer eigentlich nicht längst begrünt? Denn das würde dazu beitragen, auf natürliche Weise auch in den Gebäuden für ein besseres Klima zu sorgen.