Bonner Krisen-Baustelle

Rat stutzt Honorar für Beethovenhallen-Berater

Die Sanierung der Beethovenhalle könnte nach neuen Zahlen der Stadtverwaltung bis zu 166 Millionen Euro kosten.

Die Sanierung der Beethovenhalle könnte nach neuen Zahlen der Stadtverwaltung bis zu 166 Millionen Euro kosten.

Bonn. Die Projektsteuerer für die schleppende Sanierung wollten rund 100.000 Euro im Monat. Auf Druck der Fraktionen sind es jetzt 67.000 Euro.

Drees & Sommer bekommt deutlich weniger Honorar von der Stadt Bonn, als die Beraterfirma für die Projektsteuerung in der Beethovenhalle verlangt hat. Der Stadtrat stimmte am späten Montagabend hinter verschlossenen Türen einer neuen Vergütungsvereinbarung mit reduzierten Honorarsätzen zu. Ursprünglich wollte Drees & Sommer für die Zeit von Mai bis Jahresende rund 100.000 Euro im Monat, was in etwa einer Verdoppelung des bisherigen Honorars entsprochen hätte. Doch das machten die Ratsfraktionen wie berichtet nicht mit und lehnten die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung in der vorigen Woche ab.

In der nun beschlossenen Neufassung stehen nach GA-Informationen noch 67.000 Euro Monatshonorar für die Projektsteuerer. Davon seien rund 25.000 Euro monatlich pauschal für Zusatzaufgaben eingepreist, die über die bisherigen Leistungen von Drees & Sommer hinausgingen. Auch das wollte die Ratskoalition so nicht hinnehmen: Diese Zusatzleistungen sollen nicht pauschal bezahlt, sondern vom Auftragnehmer einzeln nachgewiesen werden. Stadtdirektor Wolfgang Fuchs als Projektleiter soll darüber mit den Beratern verhandeln. Die neue Vergütungsvereinbarung ist nötig, weil die Sanierung der Beethovenhalle sich so stark verzögert hat.

Beschlossen: Dreimonatiger Auftrag für Ingenieurbüro

Ebenfalls beschlossen hat der Rat einen Auftrag für das Ingenieurbüro Karl Heinz Schütz + Partner (KHSP) für zunächst drei Monate. Die Düsseldorfer sollen als eine Art externe Problemlöser die Situation auf der Krisen-Baustelle analysieren und die Bauleitung vor Ort unterstützen. Außerdem soll KHSP noch fehlende oder mangelnde Baupläne notfalls in Zusammenarbeit mit dem Büro RKW Architektur im Weg der Ersatzvornahme erstellen lassen, um zu verhindern,, dass noch mehr Firmen wegen des Zeitverzugs kündigen.

Einen Antrag der SPD, in der Beethovenhalle einen Baustopp zu verhängen, hat die Ratsmehrheit auf die nächste Sitzung am 26. September vertagt. Das Gleiche gilt für einen Dringlichkeitsantrag der Allianz für Bonn (AfB), Stadtdirektor Fuchs von der Projektleitung zu entbinden. bau