Neue Kämmerin bei der Stadt Bonn

Margarete Heidler sieht Steuererhöhungen kritisch

Neu in der Stadtverwaltung: Margarete Heidler (links) wird Kämmerin, Carolin Krause wird Familiendezernentin. In der Mitte ist Oberbürgermeister Ashok Sridharan.

Neu in der Stadtverwaltung: Margarete Heidler (links) wird Kämmerin, Carolin Krause wird Familiendezernentin. In der Mitte ist Oberbürgermeister Ashok Sridharan.

Bonn. Margarete Heidler (51) hat den rauen Start offenbar verdaut. Am Donnerstagabend erlebte Bonns neue Kämmerin im Rat mit, wie die Opposition die Auswahlverfahren für sie und die neue Familiendezernentin Caroline Krause (CDU) zerpflückte.

Von mangelnder Transparenz bis zu „Zweifeln an Bestenauswahl“ (Bürger-Bund-Vorsitzender Schmitt) reichten die Vorwürfe. Am Ende aber stand die Mehrheit der Koalition. „Der Stadtrat scheint diskussionsfreudig zu sein“, sagte Heidler am Freitag. „Ich habe trotzdem den Willen gespürt, gemeinsam Ziele zu erreichen.“ Sie bedanke sich für den Vertrauensvorschuss großer Teile des Rates.

Gemeinsam mit den Fraktionen will sie Bonns Haushaltsprobleme angehen, wobei Heidler nicht an Steuererhöhungen denkt: „Diese Möglichkeit halte ich in den kommenden Jahren für ausgereizt, da die Hebesätze in einer Höhe liegen, die im NRW-Vergleich der kreisfreien Städte nicht aus dem Rahmen fallen“, betonte die Juristin. „Jetzt geht es darum, die Ausgaben zu reduzieren.“

Aus "persönlichen Gründen" die CDU verlassen

Heidler stammt aus Schwäbisch-Gmünd, lebt mit ihrem Mann in Limburg und will sich in Bonn eine Zweitwohnung zulegen. Sie hat 2013 aus „persönlichen Gründen“ die CDU verlassen und ist parteilos. Kommunale Erfahrung sammelte sie vor allem in Heilbronn, wo sie von 2007 bis 2013 als Erste Bürgermeisterin auch die Finanzen verantwortete.

Danach wechselte sie in die Unternehmensberatung ifp in Köln. Dass sie dort für die Kandidatensuche für das Familiendezernat zuständig war, bevor sie sich im August 2016 selbst für den Kämmerin-Posten bewarb, löste Kritik in der Opposition aus. „Das waren zwei völlig getrennte Auswahlverfahren“, konterte Heidler jetzt.

Kritik am Auswahlverfahren Heidlers

Den Headhunterauftrag für die Nachfolge von Ludger Sander hatte eine andere Firma. Die empfahl Heidler zwar als geeignete Kandidatin, merkte aber in einem vertraulichen Papier als „kritischen Punkt“ an, sie habe ihre Bewerbung mit dem Wunsch begründet, in einen städtischen Führungsjob zurückzukehren – nicht aber konkret mit Bonn oder der vakanten Position.

„Ich habe gemerkt, dass die Arbeit einer Personalberaterin nicht das ist, was ich dauerhaft tun möchte“, erklärte Heidler. „Ich hätte mich in anderen Kommunen bewerben können, aber Bonn hat mich bei mehreren Besuchen als attraktive Stadt überzeugt.“