Kirche in Bonn

Kreuzgang des Bonner Münsters wird zur Ruheoase

Ein historischer Ort zum Abschalten: Stadtdechant Wolfgang Picken (r.) und Oberbürgermeister Ashok Sridharan wollen den Kreuzgang des Bonner Münsters wieder präsenter machen.

Ein historischer Ort zum Abschalten: Stadtdechant Wolfgang Picken (r.) und Oberbürgermeister Ashok Sridharan wollen den Kreuzgang des Bonner Münsters wieder präsenter machen.

Bonn. Stadtdechant Wolfgang Picken und Oberbürgermeister Ashok Sridharan stellen neue Ideen für den Münster-Kreuzgang vor. Liegestühle laden auf den Rasenflächen zum Abschalten ein.

Es weht ein neuer Wind durchs Bonner Münster: Stadtdechant Wolfgang Picken hat einiges vor mit der altehrwürdigen Basilika und stellte seine Pläne gemeinsam mit Oberbürgermeister Ashok Sridharan am Mittwoch vor. Die erste Neuerung, die er umsetzt, findet man im Kreuzgang in Form von Liegestühlen, die auf den Rasenflächen aufgestellt sind. Denn das ist schon die zweite Änderung: Diese Flächen darf man jetzt betreten. Startschuss dafür ist die Fronleichnamsprozession am Donnerstag, die im Kreuzgang endet.

Die Liegestühle sollen eine Möglichkeit bieten, mal für ein Weilchen offline zu gehen, zu entschleunigen und entspannen. Handy ausschalten, körperlich und seelisch neue Kraft tanken, und das in der historischen Umgebung dieses Ortes, in dem jetzt kein Bauzaun mehr steht. „Egal, wie trubelig und hektisch das Leben ist, hier ist ein Ort, um zur Ruhe zu kommen“, sagte Sridharan. Und zwischendurch soll der Kreuzgang auch als Veranstaltungsort dienen: An den nächsten drei Sonntagen finden dort bei gutem Wetter Open-Air-Gottesdienste statt, beginnend am kommenden Sonntag mit einer Jazzmesse. Danach stehen Choräle und am 7. Juli eine Missa Tango auf dem Programm.

Planmäßige Fertigstellung im Frühjahr 2021

An zwei Zugängen zum Kreuzweg soll es Veränderungen geben: Im ehemaligen Münsterladen und der Information sollen zwei inklusive Betriebe und Begegnungsmöglichkeiten eingerichtet werden. „Das Münster muss auch ein Ort sein, der soziale Fragen in der Stadt thematisiert“, erklärte Picken. Es geht letztlich um das Münster an sich: „Wir wollen erreichen, dass das Wahrzeichen der Stadt wieder von den Leuten wahrgenommen werden kann“, so Picken. Man liege finanziell unter dem Kostenmaß und rechne mit einer planmäßigen Fertigstellung im Frühjahr 2021.

Dann soll es drei Auftakt-Events geben: eine Ausstellung in der Basilika, eine Kirchenoper und die eigentliche liturgische Eröffnung. Dieses Konzept gibt auch die Marschrichtung für die künftige Nutzung vor, die Picken einschlagen will. Man könnte eine mobile Bühne über den Krypta-Abgängen aufbauen und Veranstaltungen durchführen. „Wenn die Themen sich anbieten, öffnen wir dafür gerne das Bonner Münster.“ Das sei auch eine gute Form, das Bauwerk nicht nur als liturgischen Ort wahrzunehmen.

Ashok Sridharan lobte die Ideen besonders rund um seinen „Lieblingsort in Bonn“, den Kreuzgang. „Dieser Ort ist viel zu wenigen bekannt.“ Er wird bei der diesjährigen Fronleichnamsprozession wieder dabei sein und hatte einen Wunsch fürs nächste Jahr: ein gemeinsames Essen nach der Prozession nicht nur für die Teilnehmer. 2020 ende sie auf dem Münsterplatz, so Picken, und der biete sich gut für ein solches offenes Angebot an.