Erhöhte Schadstoffwerte in Bonn

Kommt eine Pförtnerampel auf die Reuterstraße?

Auf der Reuterstraße könnte demnächst ein Fahrverbot gelten.

Auf der Reuterstraße könnte demnächst ein Fahrverbot gelten.

Bonn. Um Fahrverbote auf der Reuterstraße zu vermeiden, sind jetzt auch in Bonn sogenannte Pförtnerampeln ein Thema. Bislang werden sie vor allem an Autobahnen und Schnellstraßen eingesetzt, um den Verkehrsfluss zu verbessern.

Das Vorbild für die Pförtnerampeln gibt es in den USA schon seit Jahrzehnten. Studien belegen, dass der Verkehr dadurch tatsächlich besser abfließt, auch wenn sich vor den Anlagen Staus bilden. Die Idee für Bonn: Durch Ampeln könnte der zähflüssige Verkehr von der Reuterstraße ferngehalten werden, was sich auch auf die direkte Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) an der innerstädtischen Strecke auswirken könnte.

Beispiele dafür gibt es einige – allerdings mit mäßigem Erfolg. So erprobte die Stadt Tübingen ein Modell, um durch intelligente Pförtnerampeln die Feinstaubbelastung in verkehrsstarken Zeiten zu senken. Die Werte fielen nur geringfügig. Auch größere Städte sammelten Erfahrungen: In Frankfurt versuchte man 2006, den Stau auf der stark befahrenen Friedberger Landstraße aufzulösen. Tatsächlich nahm der Verkehr um fünf Prozent ab. Ein paar Jahre später folgte dennoch eine Umweltzone.

Dasselbe passierte 2009 in Düsseldorf. Die Umweltzone konnte nicht verhindert werden, weil die Belastung durch Feinstaub trotz Pförtnerampeln flächendeckend zu hoch war.

Einen aktuellen Vorstoß gibt es in der Stadt Köln: Dort wurde für die Stadtgrenze zu Bergisch Gladbach von Bürgern eine Petition gestartet, um die Schadstoffbelastung in unbewohnte Gebiete zu verlagern. Sobald die Gefahr überhöhter Schadstoffwerte an überlasteten Streckenabschnitten bestehe, sollten die Pförtnerampeln morgens und abends den Zufluss drosseln. Der Verkehrsstrom werde an den Ampeln solange aufgehalten, bis Umweltsensoren Entwarnung geben.