Kottenforst auf 100 Quadratmetern

Haus der Natur auf der Waldau eröffnet am Sonntag

Bonn. Das Haus der Natur auf dem Venusberg lädt nach zweijähriger Umbauphase für Sonntag zum Tag der offenen Tür ein. In acht Ausstellungsmodulen werden die Besucher über die heimische Artenvielfalt, das Ökosystem Wald, Bienenvölker und Nachhaltigkeitsziele informiert.

Wer erfahren will, wie sich Klimawandel im Allgemeinen und Hitzeperioden im Speziellen auf Bäume und Waldökologie auswirken, der hat ab diesen Sonntag beste Chancen, im Haus der Natur Antworten zu erhalten. Nach zweijähriger Umbauphase eröffnet die Stadt Bonn das Waldinformationszentrum wieder und bietet deshalb von 11 bis 18 Uhr einen Tag der offenen Tür auf der Waldau an. Den offiziellen Startschuss gibt Oberbürgermeister Ashok Sridharan um 15 Uhr.

Mit Frauke Ganswind und Heike Hückesfeld hat die Bundesstadt zwei engagierte und profunde Umweltfachfrauen als gleichberechtigte Leiterinnen für die Bildungseinrichtung gewinnen können. Sie haben gemeinsam mit Fachleuten aus anderen Umweltorganisationen und den Vertretern des Amts für Stadtgrün ein bemerkenswertes Ausstellungskonzept entwickelt.

In acht Ausstellungsmodulen werden die Besucher über die kulturgeschichtliche Entwicklung des Kottenforsts, die heimische Artenvielfalt, über das Ökosystem Wald, die Lebensgrundlagen des Walds, Wald und Klima, Bienenvölker, globale Wälder und über Nachhaltigkeitsziele informiert.

Tier- und Naturfotografie

Auf circa 100 Quadratmetern wird der Bonner Stadtwald vorgestellt. Ob der Titel der Ausstellung, „Großstadtwald“, wirklich zu Bonn passt, darüber muss jeder Besucher selbst urteilen. „Für uns war es eine Herausforderung, auf kleinem Raum viele aktuelle Themen darzustellen. Wir sind gespannt, wie die Gäste auf das Ergebnis reagieren“, sagte Frauke Ganswind am Dienstag in einem Gespräch mit dem GA.

Zum Auftakt wird parallel im Ausstellungsraum eine Fotoschau gezeigt. Fünf Bildkünstler der „Naturfotografen Eschmar“ sind für ihre Bilder wochenlang durch den Kottenforst gepirscht, um besondere Tier- und Naturmomente mit der Kamera festzuhalten.

Barrierefreier Zugang

Passend zum umliegenden Stadtwald erhielt das Gebäude eine Holzfassade. Das Haus der Natur ist jetzt durch den Umbau barrierefrei, hat eigene Toiletten und ein modernes Rettungswege-Leitsystem. Die Gesamtkosten für die Neugestaltung betragen 1,8 Millionen Euro. Die Stadt Bonn hat vom Bundesumweltministerium einen Zuschuss in Höhe von 1,029 Millionen Euro erhalten. Der Restbetrag kommt aus der Stadtkasse.

Beim Tag der Offenen Tür am Sonntag präsentieren sich alle Partner der Bonner Umwelteinrichtung: Regionalforstamt, Museum Koenig, Naturpark Rheinland, Stadtförsterei, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesamt für Naturschutz und der Förderverein Haus der Natur. Wegen der geringen Anzahl der Parkplätze bittet die Stadt, mit der Buslinie 602 vom Hauptbahnhof zur Waldau zu fahren.