Kommentar zur Sauberkeitsoffensive

Gute Investition

Eine weggeworfene Zigarettenkippe kann in Bonn teuer werden. Derzeit zeigt das Ordnungsamt noch Gelbe Karten.

Eine weggeworfene Zigarettenkippe kann in Bonn teuer werden. Derzeit zeigt das Ordnungsamt noch Gelbe Karten.

BONN. Ein saubereres Stadtbild bietet nicht nur einen erfreulichen Anblick, sondern es erhöht auch das Sicherheitsgefühl der Bewohner. Die Sauberkeitserziehung fängt allerdings bei der Erziehung an.

Seit vielen Jahre hagelt es bei der Stadtverwaltung Beschwerden von Bürgern, Bonn sei vermüllt und die Stadt unternehme nichts dagegen. Auch viele GA-Leser beschäftigen sich in ihren Briefen an die Redaktion immer wieder mit dem Thema. Seit einigen Wochen hat man nun den Eindruck – jedenfalls in der Bonner Innenstadt –, dass die Straßen und Plätze so sauber wie nie zuvor sind. Die Sauberkeitsoffensive der Stadt Bonn zeigt offenbar tatsächlich erste Wirkung.

Allerdings: Den wesentlichen Beitrag dafür, dass es in der Bonner City an vielen Stellen plötzlich wie geleckt aussieht, leistet zurzeit noch Bonnorange mit seinen sichtbar höheren Reinigungsintervallen. Denn bis auch die Letzten begriffen haben, dass Zigarettenkippen, Kaugummis, Pappbecher und Verpackungsmüll nicht auf die Straße gehören, wird noch viel Wasser den Rhein hinunterfließen – wenn sie es denn überhaupt kapieren werden. Denn die Erfahrung lehrt: Selbst empfindliche Geldstrafen halten einige Zeitgenossen nicht davon ab, trotzdem gegen die Regeln zu verstoßen. Diese Erfahrung machen die Stadtordnungsdienste täglich, wie ihr Leiter Sascha Zink bestätigt.

Und die Erfahrung lehrt noch etwas anderes: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Deshalb fängt die Erziehung zur Sauberkeit auch immer in der Familie an. Wenn zum Beispiel kleine Jungs nie den Abfall zum Mülleimer tragen mussten, wundert es einen nicht, wenn sie als Jugendliche immer noch glauben, dass andere ihren Dreck beseitigen werden.

Natürlich kostet die Sauberkeitsoffensive – für die ja nicht zuletzt auch einige neue Stellen im Stadtordnungsamt eingerichtet werden mussten – wie auch der verstärkte Einsatz der Bonnorange-Mitarbeiter zusätzliches (Steuer-)Geld. Doch das sind Investitionen, die wohl im Sinne der meisten Bürger sind. Ein saubereres Stadtbild bietet nicht nur einen erfreulichen Anblick, sondern es erhöht auch das Sicherheitsgefühl der Bewohner, wissen die Experten.