Reinigung der Rheinaue

Grillen wird zum Müllproblem

BONN. Die Temperaturen kletterten im Juli mehrfach über 30 Grad und lockten somit zahlreiche Erholungssuchende in die Rheinaue. Vor allem bei Picknickern und Grillfreunden ist der rund 160 Hektar große Freizeitpark mit seinen großzügigen Wiesenflächen besonders beliebt.

Doch mit den Besuchern nahm auch in diesem Sommer das Müllaufkommen wieder drastisch zu. "Im Vergleich zum Vorjahr ist die Menge von Grill- und Picknickmüll sogar noch einmal leicht angestiegen", erklärte Elke Palm vom städtischen Presseamt. Die tägliche Reinigung der Rheinaue und der Rheinpromenade kostet die Stadt in der Grillsaison rund 50.000 Euro im Monat - Tendenz steigend.

Generell scheint Grillen bei den Bonnern immer beliebter zu werden. "Grillen liegt dieses Jahr total im Trend. Wir haben bisher deutlich mehr Grills verkauft als noch im letzten Jahr", erklärte Dominik Grohs, Filialleiter des Bad Godesberger Freizeitmarkts Knauber. Speziell in der Rheinaue gibt es zwölf ausgewiesene Grillplätze, offene Feuerstellen mit gemauerten Steinbänken und einem Grillrost, die von den Besuchern der Parkanlagen genutzt werden dürfen. Wildes Grillen auf den Rasenflächen ist hingegen verboten, da es in der Vergangenheit, insbesondere durch die Verwendung von Einweggrills, immer wieder zu Schäden an der Wiese kam.

Da die begehrten Grillplätze in der Rheinaue jedoch häufig überfüllt sind, weichen Grillfreunde auch auf die Grünanlagen aus. Von den städtischen Ordnungshütern wird Grillen auf dem Rasen geduldet (siehe Infokasten).

"Die Stadt toleriert das Grillen auf der freien Wiese, sofern keine Schäden an der Grasnarbe entstehen und der anfallende Müll anschließend beseitigt wird. Verstöße werden mit einer Anzeige und einem Bußgeld von rund 50 Euro geahndet", erklärte Elke Palm vom Presseamt.

Um das Müllproblem einzudämmen und der Beschädigung der öffentlichen Anlagen vorzubeugen, setzt die Stadt bereits seit 2010 eine "Sonderstreife" ein, die am späten Abend und an den Wochenenden den Rheinauenpark gezielt kontrolliert. "Die Bilanz der letzten Jahre fiel sehr positiv aus. Vandalismusschäden sind signifikant zurückgegangen, und das Müllaufkommen wurde deutlich reduziert", erklärte Elke Palm.

Doch die Rheinaue ist nicht der einzige Platz in der Beethovenstadt, der von den Bonnern zum Grillen oder Picknicken genutzt wird. Besonders beliebt sind beispielsweise auch die beiden Rheinufer zwischen Kennedy- und Nordbrücke. Während die Stadt auch dort regelmäßig Gehwege und Wiesenflächen säubert, sammelte sich in den letzten Monaten jedoch verstärkt Grill- und Picknickmüll am Ufer und auf den ins Wasser hineinragenden Buhnen, so dass sich bereits einige Anwohner beschwerten.

"Es haben mich mehrere Leute aus meinem Wahlkreis in Castell auf den Müll am Rheinufer angesprochen. Als besonders verschmutzt bezeichneten Anwohner vor allem die Uferböschung unterhalb der Beethovenhalle", erklärte SPD-Stadtverordneter Peter Kox.

Aufgrund der positiven Bilanz der "Sonderstreife" in der Rheinaue wurde ihr örtlicher Zuständigkeitsbereich in diesem Jahr erstmals auch auf das gesamte Rheinufergebiet ausgedehnt und die Kontrollzeit von zwei auf drei Uhr nachts verlängert. Die Personalkosten der "Rheinstreife" belaufen sich auf rund 45.000 Euro im Monat, werden jedoch nach Angaben der Stadt durch die geringere Vermüllung und Beschädigung der öffentlichen Anlagen gedeckt.

Die Rechtslage

Grillen ist in öffentlichen Anlagen wie der Rheinaue offiziell nur an speziell dafür ausgewiesenen Grillplätzen erlaubt. Das "wilde" Grillen auf der Wiese wird von der Stadt toleriert, sofern der Grill mindestens 40 Zentimeter Abstand zum Boden hat und keine Schäden verursacht. Es ist hingegen strikt verboten, Einweggrills zu benutzen, die unmittelbar auf dem Rasen stehen und das Gras verbrennen.