Tiefgarage in Bonn

Friedensplatzgarage nach Hochwasser wieder geöffnet

Bonn. Der hohe Rheinpegel drückte das Grundwasser durch alte Bohrlöcher ins unterste Parkdeck am Friedensplatz. Jetzt ist das Wasser wieder weg und die Tiefgarage ist komplett geöffnet.

Nach dem Hochwasser kommt das Grundwasser: Bis zu einen halben Meter war die unterste Etage der Tiefgarage am Friedensplatz geflutet. Dadurch fielen zeitweise etwa 160 Parkplätze weg. Jetzt ist das Wasser wieder weg, es ist von alleine abgeflossen. Die Tiefgarage steht den Autofahrern wieder vollständig zur Verfügung. Manchen Autofahrer haben die überflutete Tiefgarage zeitweise als Glücksbrunnen verwendet.

Die Tiefgarage nahm durch das Wasser keinen Schaden. „Sie ist so konzipiert worden“, erklärt Rainer Schneider von der Bonner City Parkraum GmbH, die die Tiefgarage betreibt. Deswegen ging er mit der Situation entspannt um. „Wir lassen ein paar Pumpen laufen und warten, bis das Wasser von selbst wieder abfließt.“ Sogar das Wasser, das in Fontänen aus der Wand spritzte, beunruhigte ihn nicht. „Das sind alte Bohrlöcher, durch die sich das Wasser nun seinen Weg sucht.“

Das Hochwasser hatte dafür gesorgt, dass sich die Fließrichtung des Grundwassers geändert hat. Lief es sonst in Richtung Rhein, wurde es durch die Fluten in die Innenstadt gedrückt. Das passiert nicht sofort, sondern mit einer kleinen Verzögerung. Erst am Samstag ließ Schneider die unterste der drei Etagen sperren, weil das Wasser aus dem Abfluss nach oben sprudelte. Mit der Verzögerung verhält es sich genauso, wenn das Hochwasser wieder zurückgeht.

Bonner werfen Münzen ins Wasser

Bis dahin machte Servicemitarbeiter Robert Gleske regelmäßige Kontrollgänge in Gummistiefeln. „Ich prüfe zum Beispiel, ob die Pumpen richtig laufen“, erzählte der 54-Jährige. Seit 23 Jahren arbeitet er in dem Parkhaus, erst drei solcher Grundwasserflutungen hat er bisher erlebt. Ob es Absicht ist, dass gerade die unterste Etage einen grünen Frosch als Symbol hat? „Nein. Das wurde nur gemacht, damit sich die Besucher besser orientieren können.“ So hat das Parkdeck zwei einen blauen Fisch und Parkdeck eins einen gelben Vogel.

Auch wenn der hohe Grundwasserpegel eine ganz trockene Erklärung hat, schien der Aberglaube bei den Bonnern fest verankert zu sein. Sie warfen im Treppenhaus Centmünzen auf den wie einen klaren Teich wirkenden Boden. „Das ist bisher jedes Mal passiert, wenn das Wasser angestiegen ist“, erzählte Gleske. Was wohl mit den Münzen passiert, wenn der Pegel wieder sinkt? Er lächelte verschmitzt. „Irgendwer sammelt sie schon wieder ein.“

Weil die Friedensplatzgarage geteilt ist, lief nicht das gesamte dritte Deck voller Wasser. Der Abschnitt unterhalb des Friedensplatzes stand in einer Wanne, die das Wasser abhielt. „Eine teure Konstruktion, die beim zweiten Abschnitt unter der Oxfordstraße eingespart wurde“, erklärte Schneider. Auch die Zusatzräume des Bunkers, zu dem die Tiefgarage mit dem Schließen von schweren Stahltoren wird, waren vom Wasser abgeschirmt. Die Feuerwehr hatte dafür mehrere Schotts geschlossen.