Rheinische Landesgeschichte der Uni Bonn

Ein Prüfstand für echte Rheinländer

Florian Sommer und Institutsleiter Michael Rohrschneider betrachten mit einer Besucherin eine historische Karte.

Florian Sommer und Institutsleiter Michael Rohrschneider betrachten mit einer Besucherin eine historische Karte.

Bonn. In Kooperation mit dem Verein für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande und dem Landschaftsverband Rheinland lud das Institut ein, sich schlau zu machen über aktuelle Projekte und digitale Forschungsansätze.

Nationale Grenzen sind über die Zeit entstanden, aus politischen Umständen geboren und haben sich immer wieder verändert. Bonn gehörte bis in die 20er Jahre zur preußischen Rheinprovinz, so wie auch das Saarland, Teile der Pfalz, Hessens und der Benelux-Staaten. Über diesen grenzübergreifenden Charakter des Rheinlands und andere Besonderheiten informierte die Abteilung für Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte der Universität Bonn am Tag der offenen Tür.

In Kooperation mit dem Verein für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande und dem Landschaftsverband Rheinland lud das Institut ein, sich schlau zu machen über aktuelle Projekte und digitale Forschungsansätze.

Jochen Hermel, Christoph Kaltscheuer und Jonas Bechtold sind Absolventen der Uni Bonn, leben und arbeiten in der Stadt. 2016 ging ihr Blog Histrhen online, mit dem sie die rheinische Geschichte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen möchten. Sie betonen, dass das Rheinland nicht zwischen Wesel und Bonn ende. „Die Region schließt mehr ein, als sie ausschließt. Wir als Wissenschaftler denken das Rheinland als grenzübergreifenden Raum. Dieser reicht bis in die Niederlande und Frankreich“, erklärte Jonas Bechtold.

Rund 40 Autoren und Autorinnen bloggen auf Histrhen jede Woche leicht verständlich und wissenschaftlich fundiert. Über Napoleons Besuch im Rheinland genauso wie über die Kölner SPD unter Adenauer. Die drei Gründer setzen auf eine moderne, epochenübergreifende Landesgeschichte, die für Schüler genauso spannend zu entdecken ist wie für Wissenschaftler und Laien.

Multimedial und interaktiv

Die Historiker Maike Schmidt und Ansgar Klein erzählten, dass Landesgeschichte und besonders die Forschung darüber nicht unpolitisch sei. Gerade die NS-Zeit habe man lange vernachlässigt und erst ab den 80er Jahren verstärkt erforscht. Beide arbeiten beim Landschaftsverband Rheinland, der bis Ende des Jahres an acht Standorten die Wanderausstellung „Weimar im Westen: Republik der Gegensätze“, zeigt.

Multimedial und interaktiv wird unter anderem anhand von bislang unveröffentlichtem Filmmaterial die Geschichte der Demokratie in Deutschland erzählt. Noch bis Anfang Februar ist die Ausstellung in Düsseldorf zu sehen und ab April dann in Köln. „Man spürt hier in der Gegend natürlich sehr stark das Identifikationspotenzial der Region“, sagte die gebürtige Bremerin Schmidt über das Rheinland.

Was denn nun ein echter Rheinländer sei?, fragte Franz Messinger, der die Ausstellung besuchte. „Ob ich Rheinländer oder Westfale bin, ist eine Glaubensfrage. Heute ist das Rheinland alles, was sich so nennt“, antwortete Michael Rohrschneider, Lehrstuhlinhaber für Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte der Uni Bonn.

Mehr Infos unter http://histrhen.landesgeschichte.eu/