Erneuter Ärger bei Zustellung

DHL-Paket wurde nach Hennef statt nach Beuel geliefert

DHL-Kunden beschweren sich, dass sie Pakete in weit vom Wohnort entfernten Filialen abholen müssen.

DHL-Kunden beschweren sich, dass sie Pakete in weit vom Wohnort entfernten Filialen abholen müssen.

Bonn. Verschwundene Pakete, Lieferung in weit entfernte Filialen und Verwechslung der Nummern von Packstationen: Immer wieder haben Bonner Ärger mit der DHL. Nun wurde ein Paket statt nach Beuel nach Hennef geliefert.

Der Ärger von Bonner Kunden über die Paketzustellung der Posttochter DHL reißt nicht ab. Nachdem sich mehrfach Leser über die Lieferung an vom Wohnort weit entfernte Filialen oder Paketshops beschwert hatten, gibt es nun einen weiteren Fall: Ein an eine Packstation an der St. Augustiner Straße in Beuel adressiertes Päckchen einer Leserin aus Geislar landete stattdessen in einer Filiale an der Bonner Straße in Hennef - und damit rund zehn Kilometer Luftlinie vom geplanten Zustellort entfernt.

Wie dem Sendungsverlauf zu entnehmen ist, der dem GA vorliegt, hatte der Zusteller zunächst versucht, das Paket an einer ebenfalls an der Bonner Straße gelegenen Packstation zu deponieren. Da diese allerdings voll war, brachte er es in die Filiale. „Mit öffentlichen Verkehrsmitteln brauche ich aus Geislar über eine Stunde, um da hinzukommen“, sagt die Kundin, die anonym bleiben möchte. Sie entschied sich aufgrund der Entfernung dazu, das Paket nicht abzuholen, weshalb dieses nach sieben Tagen Lagerung in der Filiale an den Absender, in diesem Fall Amazon, zurückgeschickt wurde. „Trotzdem war das Ganze recht ärgerlich für mich“, sagt die Leserin.

Verwechslung war Grund für falsche Zustellung

Auf Anfrage bei der Post erklärt Pressesprecherin Britta Töllner, dass eine Verwechslung Grund für die falsche Zustellung gewesen sei. „Die Packstation in Beuel hat die Nummer 112, die in Hennef die Nummer 120. Der Zusteller hat die beiden Stationen leider vertauscht“, erklärt Töllner. Sie verweist darauf, dass in solchen Fällen eine Zweitzustellung möglich sei, die ein betroffener Kunde beantragen könne. Dann werde das Paket von einem Mitarbeiter an die ursprüngliche Adresse geliefert.

Zuletzt hatten mehrere Leser aus Bonn Kritik an dem Logistikunternehmen geäußert, weil sie Pakete in Filialen oder Paketshops abholen mussten, die einige Kilometer vom Wohnort entfernt sind. Im Falle eines Betroffenen, der aus der Südstadt nach Duisdorf fahren musste, hatte der Konzern von einem Systemfehler gesprochen, der aber behoben worden sei. Nach der ersten Berichterstattung meldeten sich zwei weitere Leserinnen, denen ähnliches passiert war: Ein Paket einer Kundin aus der Nordstadt landete in Tannenbusch, während eine Kundin aus der Weststadt sogar zweimal nach Duisdorf und einmal nach Lengsdorf fahren musste. Nun berichtete noch ein Leser aus Poppelsdorf, er habe ein Paket sowie ein Einschreiben ebenfalls in Duisdorf abholen müssen.

Beschwerden häufen sich

In diesen Fällen begründet die Post die ungünstige Zustellung mit Kapazitätsproblemen bei den zum Wohnort nächstgelegenen Filialen. Diese sollen Zusteller normalerweise ansteuern, wenn sie das Paket nicht an der Haustür übergeben können. Da nicht alle Filialen oder Paketshops die Ausgabe benachrichtigter Sendungen anböten, könne es in einzelnen Fällen zu weiten Wegen für Kunden kommen, erklärt das Unternehmen.

Probleme bei der Zustellung entstehen laut Uwe Speckenwirth, Landesfachbereichsleiter bei der Gewerkschaft Verdi, unter anderem auch durch eine hohe Fluktuation bei den Paketboten. „Generell suchen alle Paketdienste händeringend nach Zustellern“, sagt Speckenwirth. Problematisch sei für die Post auch, wenn Geschäfte einen bislang angebotenen Paketshop aufgeben würden. Dann brauche die Post einige Zeit, um eine Ersatzfiliale zu finden.

Die beschriebene Problematik ist auch der Bundesnetzagentur bekannt: Bei der Behörde gingen immer wieder Beschwerden ein, die die Paketlieferung an weit entfernte Filialen thematisierten. „Aus Bonn sind zu diesem Thema bislang keine Beschwerden in diesem Jahr eingegangen“, teilt eine Sprecherin der Bundesnetzagentur allerdings mit.