Hochburg in der Bundesstadt

Bonner Salafisten-Szene stagniert auf hohem Niveau

Schwarzer Tag für Bonn: Am 5. Mai griffen gewalttätige Salafisten in Lannesdorf Polizisten an und verletzten einige von ihnen schwer.

Schwarzer Tag für Bonn: Am 5. Mai 2012 griffen gewalttätige Salafisten in Lannesdorf Polizisten an und verletzten einige von ihnen schwer.

Bonn. Bonn bleibt eine Salafistenhochburg – auch wenn sich die Sicherheitsbehörden inzwischen merklich ungern auf derlei Klassifizierungen festnageln lassen.

Von rund 20 „lokalen Szenen“ in NRW gehen die Landesbehörden derzeit aus, eine davon hält sich nach Informationen des General-Anzeigers beständig in Bonn, das seit gut zehn Jahren als Salafistenhochburg besondere Aufmerksamkeit genießt. Insgesamt, so heißt es in Sicherheitskreisen, stagniert die Größe der Szene seit einiger Zeit auf hohem Niveau und hat sich nach Angaben in NRW auf rund 3100 Salafisten eingependelt. Gestoppt werden konnte demnach das über Jahre rasante Wachstum des Milieus; zugleich ist aber auch keine Trendumkehr durch Schrumpfung in Sicht. In Bonn wird die Klientel der Salafisten weiterhin auf rund 350 Personen geschätzt.

Weiterhin werden 40 Personen als so genannte Gefährder geführt. Gemeint sind Personen, bei denen Grund zu der Annahme besteht, dass sie islamistisch motivierte Straftaten begehen könnten. Hinzu kommt ein gutes Dutzend „relevante Personen“, also potenzielle Unterstützer von Gefährdern. Damit wird etwa ein Achtel aller Gefährder und relevanten Personen aus NRW der Bonner Region zugeordnet. Auch unter den etwa 70 Moscheen, die in NRW unter Beobachtung stehen, befinden sich mehrere in Bonn.