Vom Kollegen in den Hals geschossen

Bonner Polizist liegt noch im Koma

Das Polizeipräsidium am Abend der Schussabgabe.

Das Polizeipräsidium am Abend der Schussabgabe.

06.12.2018 Bonn. Der Polizist, dem im Bonner Polizeipräsidium von einem Kollegen in den Hals geschossen wurde, kann weiterhin nicht vernommen werden. Gegen den mutmaßlichen Schützen wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, er ist "bis auf Weiteres" krankgeschrieben.

Der Polizist, dem vermutlich von einem Kollegen in Bonn in den Hals geschossen wurde, liegt weiterhin im Koma. Der 23-Jährige habe noch nicht vernommen werden können, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei am Donnerstag. Die Kölner Behörde leitet die Ermittlungen aus Neutralitätsgründen. Was genau passiert ist, sei weiter unklar. „Der Beschuldigte hat sich bisher nicht zu dem Vorfall geäußert“, sagte der Bonner Staatsanwalt Sebastian Buß. Direkte Zeugen gebe es nicht. „Zwei andere Polizeibeamte haben einen Knall gehört.“

Nach Aussage eines Sprechers der Polizei Bonn wurde gegen den Beschuldigten ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Der 22-Jährige hat inzwischen einen Bonner Rechtsanwalt mit seiner Verteidigung beauftragt und nimmt nach GA-Informationen von seinem Recht Gebrauch, die Aussage gegenüber den Ermittlungsbehörden zu verweigern. Bis zum Abschluss der Ermittlungen werde er laut dem Polizeisprecher in einer anderen Dienststelle im Innendienst eingesetzt. Allerdings sei er aktuell „bis auf Weiteres“ krank geschrieben.

Der Vorfall hatte sich am Montag vergangener Woche bei einem Einsatztraining im Keller des Bonner Polizeipräsidiums ereignet. Die beiden Polizisten waren auf dem Weg vom Umkleideraum zu einem Schießstand. Dabei hatten sie sowohl ihre Dienstwaffen bei sich als auch baugleiche Attrappen für die Übung. Möglicherweise hat der 22 Jahre alte Kollege die echte Pistole mit einer Attrappe verwechselt. (dpa)