Jubiläumsstars noch geheim

Bonn präsentiert sich auf Tourismusmesse ITB

Auf der ITB diskutieren (v. l.) Udo Schäfer, Hermann Tengler, Victoria Appelbe, Ashok Sridharan, Sebastian Schuster mit Moderatorin Susanne Schimanowski-Wagner.

Auf der ITB diskutieren (v. l.) Udo Schäfer, Hermann Tengler, Victoria Appelbe, Ashok Sridharan, Sebastian Schuster mit Moderatorin Susanne Schimanowski-Wagner.

Bonn. Die Beethoven Gesellschaft präsentiert auf der ITB eine erste Broschüre mit Terminen für 2020. Der Oberbürgermeister gibt sich zuversichtlich, dass das Fest zum 250. Geburstags Beethovens auch ohne die Beethovenhalle zu stemmen ist.

Die Beethoven Jubiläums Gesellschaft hat auf der Internationalen Tourismus Börse (ITB) in Berlin am Donnerstag erstmals eine Broschüre vorgelegt, die einen Überblick über die Leitthemen des Beethoven-Jubiläums im Jahr 2020 gibt. Wer allerdings schon konkrete Namen von berühmten Künstlern oder Orchestern erwartet hat, die im Jubiläumsjahr nach Bonn kommen sollen, wird enttäuscht. Darüber hüllt sich die Gesellschaft noch in Schweigen.

Allerdings: Unter der Hand war zu hören, dass man mit den Berliner Philharmonikern (der GA berichtete bereits) und dem Wiener Sinfonieorchester in „engen und guten“ Gesprächen stehe. Voraussichtlich zur ITB 2019 sollen sämtliche Informationen rund um die Festivitäten anlässlich Beethovens 250. Geburtstag vorliegen, sagte Malte Boecker, Chef des Beethoven-Geburtshauses und Aufsichtsratsvorsitzender der Jubiläums Gesellschaft.

Er tat das im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin mit Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan, dem Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Sebastian Schuster, Udo Schäfer, Geschäftsführer der Tourismus- und Congress GmbH (T&C) sowie Vertretern der Bonner Kulturinstitutionen und den Wirtschaftsförderern der Stadt und dem Rhein-Sieg-Kreis, Victoria Appelbe und Hermann Tengler, an seiner Seite.

Zuvor hatte Sridharan mit seinen Amtskollegen Henriette Reker aus Köln und Thomas Geisel aus Düsseldorf den gemeinsamen Stand auf der ITB eröffnet. Die Region Bonn sei nach wie vor ein Besuchermagnet, sagte Sridharan. Sie verzeichne mit rund drei Millionen Übernachtungen in 2017 einen Rekord. Dazu habe auch der Weltklimagipfel Cop 23 im November seinen Beitrag geleistet.

Hinsichtlich des Beethoven-Jubiläums zeigte sich der OB trotz der Hiobsbotschaft, dass die Beethovenhalle nicht rechtzeitig fertiggestellt sein wird, zuversichtlich: „Das ist ärgerlich, aber kein Pro-blem. Jetzt machen wir aus der Not eine Tugend. Wir ergreifen die Chance, die Spielstätten zu bespielen, die es sonst noch in Bonn und der Region gibt.“

Er erinnerte an das umjubelte Karnevalskonzert mit 3000 Zuhörern auf Pützchens Markt unter Leitung von Generalmusikdirektor Dirk Kaftan, das binnen 14 Minuten ausverkauft gewesen war. „Wir werden für alle Veranstaltungen eine würdige Spielstätte finden, auch in der Region“, versicherte Sridharan. Dabei sei Bonn aber Hauptaustragungsort des Jubiläums. Und für alle hochkarätigen Aufführungen stehe ja immer noch die Oper zur Verfügung. „Wir werden die Oper in die Lage versetzen, dass sie 2020 auf jeden Fall zur Verfügung steht“, sagte er auf die Frage, was denn passiere, wenn auch die sanierungsbedürftige Oper plötzlich ausfalle. Einen Plan B, wie etwa der Bau einer temporären Spielstätte, gebe es nicht, so der OB.

Die Broschüre zum Jubiläum verstehen Boecker und die beiden Geschäftsführer der Jubiläums Gesellschaft, Ralf Birkner und Christian Lorenz, als ersten Aufschlag, der vor allem Reiseveranstaltern als ein Leitfaden dienen soll. Im Laufe der nächsten Monate wird er weiterentwickelt. Die Broschüre gibt vor allem Auskunft über die Termine, unter anderem für die geplanten Festivals im ganzen Jahr, in dem es ausnahmsweise zwei Beethoven-Feste geben soll.

Doch es dreht sich bei den Bonnern auf dieser ITB nicht alles um Beethoven: Die Vertreter der Museumslandschaft haben ebenfalls viele interessante Neuigkeiten zu bieten, wie etwa die Ausstellung mit der Performance-Künstlerin Marina Abramovic ab April in der Bundeskunsthalle oder eine Ausstellung im Deutschen Museum, die ab November über den Einfluss der Raumfahrt auf unseren Alltag informiert. Übrigens: Das Dach der Bundeskunsthalle verwandelt sich im Mai in einen Spielplatz für Groß und Klein. Inklusive einer Rutsche des Künstlers Carsten Höller, von der man vom Dach auf den Museumsvorplatz hinuntersausen kann.