Mehr Kontrollen

Auf dem Adenauer-Damm wird bald geblitzt

Geplanter Blitzer Konrad Adenauer Damm

Geplanter Blitzer Konrad Adenauer Damm

Duisdorf/Bonn. Die Stadt Bonn will auf dem Kondrad-Adenauer-Damm einen stationären Blitzer aufbauen. Dort wurde bislang nur ab und zu geblitzt. Auf der Bergabstrecke sind viele Autos zu schnell.

Zu schnell unterwegs auf dem Konrad-Adenauer-Damm – das passiert Autofahrern vor allem auf der Bergabstrecke in Höhe Duisdorf ziemlich schnell, und dafür haben schon viele Fahrzeugführer ein Bußgeld bezahlen müssen, weil sie geblitzt wurden.

Und das wird in Zukunft nicht weniger werden, sondern mehr. Die Stadt Bonn will dort eine stationäre Blitzanlage aufstellen lassen – ebenso wie auf der Ludwig-Erhard-Allee in Höhe der Rheinaue. Dann dürfte es nicht nur ab und zu blitzen, wenn die mobile Anlage mal dort steht, sondern ständig und immer, wenn der Tacho über 50 geht. Die Grundlage dafür besteht in einer Änderung der entsprechenden Verwaltungsvorschrift, wonach die Messbefugnis für Kommunen erweitert wurde. Demnach darf sie selbst in Bereichen blitzen, in denen überdurchschnittlich häufig Verstöße gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen festgestellt werden. Und da will die Stadt Bonn mitmachen.

„Auswertungen mehrerer Verkehrskontrollen haben ergeben, dass auf dem Konrad-Adenauer-Damm und der Ludwig-Erhard-Allee die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometer überdurchschnittlich häufig überschritten wird“, heißt es in der Begründung. Wie häufig das passiert, berichtete Carsten Sperling, Leiter des Stadtordnungsdienstes, am Dienstagabend auf Nachfrage der SPD in der Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg. „70 Prozent der Autos fahren schneller als Tempo 50“, sagte er über den Adenauer-Damm. In Zahlen: Von 158 850 Fahrzeugen, die man im Juni 2018 innerhalb von 14 Tagen gemessen hatte, seien 101 000 zwischen 60 und 110 km/h gefahren, davon allein 12 777 Autos zwischen Tempo 80 und 110. Und mit der festen Blitzanlage wolle man vorbeugen, bevor hier eine Unfallhäufungsstelle entstehe, so Carsten Sperlich. Hinzu komme, dass der Verkehr auf dem KAD durch die Öffnung der Kreisstraße 12 n zugenommen habe und als Ausweichstrecke zur Autobahn 565 verstärkt genutzt werde.

Deshalb hat die Stadt sich jetzt von den Politikern in den beiden zuständigen Bezirksvertretungen grünes Licht geben lassen, dass sie einen entsprechenden Servicevertrag für die beiden Anlagen für die Zeit von Juni 2019 bis Ende Mai 2023 abschließen darf. Damit die Stadt zwar kassieren kann, ihr aber keine Investitionskosten entstehen, soll ein Dienstleister beauftragt werden - so wie auch bei den Anlagen auf der Reichsstraße in Ückesdorf und der Mainzer Straße in Mehlem. Der Dienstleister baut die Anlagen, wartet und unterhält sie, abgerechnet wird über Fallpauschalen. Über deren Höhe teilte die Stadt nur mit: „Diese Dienstleistung wird über einen einheitlichen Pauschalpreis je Bild abgerechnet, der deutlich niedriger ist, als die zu erwartenden Bußgeldeinnahme pro Fall sein wird.“ Es kassieren dann also immer zwei Seiten mit, wenn die Anlage auslöst.

Viele, die auf dem Adenauer-Damm mobil geblitzt wurden, werden sich allerdings schon über einen anderen Umstand geärgert haben. Denn die Radaranlage war oft im Grünbereich am Straßenrand versteckt, und zwar unmittelbar hinter einem Tempo-50-Verkehrszeichen. „Der Aufstellort wird so gewählt, dass man als Autofahrer unter bestimmten Umständen keine Chance hat, sein Fahrzeug rechtzeitig auf die geforderten 50 Kilometer abzubremsen, ohne dadurch den nachfolgenden Verkehr zu gefährden“, sagte dem GA ein betroffener Autofahrer.

Ihm selbst sei es im April 2018 passiert, dass er mit 56 Kilometern geblitzt wurde und das Gerät nur etwa 30 Meter hinter dem 50er- Schild stand. „Wenn die Sicht auf die 50er-Schilder durch vorausfahrende hohe Fahrzeuge eingeschränkt wird, sieht man sie erst sehr spät, und es ist es dann nicht möglich, die Geschwindigkeit rechtzeitig vollständig zu reduzieren.“

Die Stadt führt dagegen einen Umstand an, der erschwerend hinzukommt und Radarkontrollen auf dem Adenauer-Damm erforderlich macht. Dort bilden sich vor der Kreuzung zur Derlestraße oft Rückstaus, welche die Bergabstrecke hinaufreichen. Und wer dort zu spät das Stauende bemerkt, hat bei einer Vollbremsung einen deutlich längeren Bremsweg als auf gerader Strecke.

Auf der Bergaufstrecke und anderen Teilstücken des Konrad-Adenauer-Damms gilt übrigens Tempo 70, was die SPD schon auf 50 absenken wollte. Der entsprechende Antrag war vor eineinhalb Jahren jedoch von CDU/Grünen im Oktober 2017 abgelehnt worden. Damals gab es vermehrt Unfälle auf dem Konrad-Adenauer-Damm, deren Gründe hinterfragt wurden. Unfälle durch zu schnelles Fahren seien seinerzeit aber die Ausnahme gewesen, hieß es seitens der Stadt. Ein Unfallschwerpunkt ist der Konrad-Adenauer-Damm schon seit 2012 nicht mehr. In der Zeit davor waren dort besonders viele Rotlichtverstöße registriert worden.