Strikter Sparkurs

Amt für Stadtgrün halbiert seine Ausgaben

Bilder vom Beethovendenkmal werden in die ganze Welt geschickt. Das hübsche Beet gehört dazu. Daher kontrollieren es die Stadtgärtner regelmäßig.

Bilder vom Beethovendenkmal werden in die ganze Welt geschickt. Das hübsche Beet gehört dazu. Daher kontrollieren es die Stadtgärtner regelmäßig.

Bonn. Die Bonner Stadtgärtner beackern 589,5 Hektar nach einem differenzierten Pflegekatalog. Der Etat liegt bei 14,5 Millionen Euro.

14,5 Millionen Euro zahlt die Stadt aktuell für Pflege und Unterhaltung der Grünflächen. Auf Personalkosten entfallen neun Millionen Euro, auf Sachkosten drei Millionen Euro und auf Abschreibungen 2,5 Millionen Euro. Insgesamt sind 150 Mitarbeiter in den Pflegekolonnen beschäftigt. 2015 waren es noch rund 280 Mitarbeiter und ein Etat von 25 Millionen Euro. Ende 2015 verabschiedete der Rat ein von der Verwaltung erarbeitetes Konzept für die Grünflächenpflege. Einsparung war das Ziel. Zwar soll der zunehmenden Bedeutung von Grünflächen im urbanen Raum Rechnung getragen, doch ihre Pflege effizienter gestaltet werden, um Kosten zu senken: Das Jahresbudget hat sich annähernd halbiert.

Derzeit betreut das Amt für Stadtgrün 589,5 Hektar, aufgeteilt in 2623 Anlagen und Straßenzüge. Durch die systematische Erhebung im Rahmen des Grünflächenkonzepts hat sich die Gesamtfläche sogar um rund 256 000 Quadratmeter erhöht. Von der Bedeutung jeder Fläche sowie Funktion und Ausstattung hängt die Zuordnung zu einer der vier Pflegeklassen ab, die wiederum den Umfang der Leistungen festlegt. Bei Pflegeklasse A handelt es sich um Anlagen mit repräsentativem Charakter. Dort soll beispielsweise der Rasen von April bis Oktober einmal in der Woche gemäht werden. Zweimal jährlich werden Blumen neu gepflanzt, einmal wöchentlich gedüngt.

Die Wege werden sechsmal jährlich gesäubert. In Pflegeklasse B sind Anlagen mit stadtweiter Bedeutung eingeordnet. Dort wird der Rasen alle zehn Tage gemäht. Statt Blumen sind Bodendecker vorgesehen, die einmal im Jahr geschnitten werden. Wege werden dreimal jährlich gesäubert. Auf Flächen der Pflegeklasse C kommt der Rasenmäher alle 14 Tage zum Einsatz. Bodendecker werden nur alle fünf Jahre geschnitten, die Wege einmal pro Jahr gesäubert. Auf Flächen der Pflegeklasse D rücken die Gärtnerkolonnen nur bei dringendem Bedarf an.

Nach einer aktuellen Aufstellung des Grünflächenamts, die derzeit in den Bezirksvertretungen vorgelegt wird, sind 12,5 Prozent der Flächen der Pflegeklasse A, 68,3 Prozent B und 18,7 Prozent C zugeordnet. Auf Pflegeklasse D entfallen 0,5 Prozent.

Mähflächen haben einen Anteil von 314 Hektar. Das Grünflächenamt prüft kontinuierlich, welche in „pflegeextensive“ - also mit wenig Arbeitsaufwand und Kosten verbunden - und „ökologisch höherwertige“ Gebiete umstrukturiert werden können. Derzeitiger Stand ist, dass 26 Prozent der Mähflächen extensiv unterhalten werden. Zum Vergleich: Die Kosten pro Hektar Mähfläche bei Kurzschnittrasen betragen 7100 Euro, bei einem extensiven Areal bis zu 3900 Euro.

Die digitale Erstellung von Pflegeplänen als Steuerungsinstrument zur Erfassung der Kosten ist noch im Aufbau. Wenn die Software programmiert ist und Tablets angeschafft sind, soll ein Testlauf in zwei Gartenmeisterbezirken starten. Parallel schreibt das Grünflächenamt auch die Verträge mit Dienstleistern neu aus. 2017 meldeten sich laut Grünflächenamt Bürger mit rund 1600 Hinweisen oder Beschwerden. Auch diese sollen in die computergestützte Erfassung der Pflegepläne aufgenommen werden.