Vebowag stellt Bauvoranfrage: 95 Wohnungen sollen in Bonn am Melbbad entstehen

Vebowag stellt Bauvoranfrage : 95 Wohnungen sollen in Bonn am Melbbad entstehen

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Vebowag hat eine Bauvoranfrage für ein Areal entlang der Trierer Straße gestellt. Sie will dort 95 Wohnungen errichten.

Ein Teil des heutigen Melbbads soll entlang der Trierer Straße bebaut werden. Im jüngsten Unterausschuss Bauplanung informierte die Verwaltung darüber, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft Vebowag dort gerne 95 Wohnungen errichten will. Stefanie Zießnitz aus dem Bonner Presseamt bestätigte dem GA, dass eine entsprechende Bauvoranfrage mittlerweile vorliege.

Michael Kleine-Hartlage, Geschäftsführer der Vebowag, erklärte, seine Gesellschaft wolle drei verschiedene Wohnungstypen errichten zwischen einer Größe von 25 und 76 Quadratmetern. Geplant ist ein 120 Meter langer Gebäuderiegel mit unterschiedlich hohen Bauten, das höchste soll sechs Geschosse umfassen. Diese Unterschiede begründet Kleine-Hartlage auch mit der Hanglage an der Trierer Straße. „Die Bäume würden großenteils erhalten bleiben“, betonte Kleine-Hartlage. Im Untergeschoss der geplanten Gebäude würden neue Umkleidekabinen für die Badbesucher entstehen. Wie berichtet, sind die derzeitigen Kabinen aus Sicht der Stadt überdimensioniert und in keinem guten Zustand. Ihre Idee einer Mischung aus Wohnbebauung und Badfunktionsräumen aus einer Hand hatte die Verwaltung bereits im September vergangenen Jahres vorgestellt.

Nicht nur für Kleine-Hartlage ist klar, dass „wir etwas für den Lärmschutz tun müssen“. Auch Zießnitz teilte mit, dass im weiteren Genehmigungsverfahren „ein Lärmschutzkonzept vorgelegt werden muss“. Bestandteil eines solchen Konzepts könnte beispielsweise der Einbau von Schallschutzfenstern sein, um künftige Mieter vor dem Trubel zu Hochzeiten in der Badeanstalt zu schützen.

Beeinflussung der Luftströme

Kleine-Hartlage geht davon aus, dass die Investitionskosten bei einem zweistelligen Millionenbetrag liegen werden, Genaueres könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Ebenfalls noch unklar ist, ob die Stadt der Vebowag das Grundstück verkaufen oder in Erbpacht überlassen würde. Auch der Anteil an gefördertem Wohnraum steht noch nicht fest. Das Baulandmodell schreibt mindestens 40 Prozent für geförderten oder preisgedämpften Wohnraum vor.

Über diese Details müsse noch diskutiert werden, sagte Helmut Redeker, Vorsitzender des Unterausschusses Bauplanung (SPD). Grundsätzlich begrüße er das Vorhaben der Vebowag.

Der Bürger Bund Bonn (BBB) kritisiert die „Riegelbebauung“ und befürchtet negative Einflüsse auf das Klima. BBB-Fraktionschef Marcel Schmitt sagte dazu: „Wir befürchten, dass eine Bebauung an der Stelle die örtlich wirkenden Luftströme vom Melbtal beeinträchtigen und die an das Schwimmbad heranrückende Bebauung eine Gefahr für den dortigen Betrieb darstellen könnte.“ Auch befürchtet Schmitt Klagen künftiger Anwohner wegen des Badbetriebs. Geschäftsführer Kleine-Hartlage sieht dagegen keine negativen Auswirkungen auf das Klima, weil die gegenüber liegenden Betonhochhäuser wesentlich höher als die geplanten seien.

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