Bonner Firmenlauf: 9200 Teilnehmer absolvieren die 5,7 Kilometer lange Strecke

Bonner Firmenlauf : 9200 Teilnehmer absolvieren die 5,7 Kilometer lange Strecke

Im Rollstuhl, mit aufgeklebtem Schnurrbart oder Pappmaché-Sonnen auf dem Kopf: Der siebte Bonner Firmenlauf war bunt. Knapp 9200 Teilnehmer zählte Veranstalter Burkhard Weis, mehr als 400 Firmen traten in der Rheinaue die 5,7 Kilometer lange Strecke an.

Angefangen hatte das Spektakel mit einer Aufnahme für den Bonn-Song, der 2014 erscheinen soll. Da riefen die Moderatoren dazu auf, lauthals den Refrain "I love Bonn" mitzusingen. Nach zwei Anläufen klappte das ganz gut, einige waren wohl noch mit dem Herrichten ihrer Kostüme beschäftigt.

Von jetzt auf gleich wurde der Riesenchor dann zum kleinen Kraftwerk. Beim Aufwärmen hoben die Sportler die Knie, schwenkten die Arme über dem Kopf und wackelten mit den Hüften zur Musik. Das erzeugte so viel Wärme in der Menschenmasse, dass trotz leichtem Regen und kühlem Wind die Trainingsjacken ausgezogen wurden.

Damit die Läufer überhaupt kontrolliert starten konnten, hatten sie die Organisatoren in Startblöcke von etwa 2000 Menschen unterteilt. "Sonst würde sich zu viel Gedränge bilden", sagte Veranstalter Weis. Um Stolperfallen auszuschließen, flickte die Stadt sogar Schlaglöcher. Ohne Stürze erreichten nach weniger als 20 Minuten die Ersten das Ziel. Nach anderthalb Stunden war auch der letzte Läufer durch.

Viele kamen in aufwendigen Kostümen: Die Belegschaft der Bundesnetzagentur setzte sich Strommasten auf den Kopf, die Mitarbeiter der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall gingen mit Schwimmflügeln und blauen Abfalltüten als "lustige Wassertropfen" an den Start. Besonders schwer zu tragen hatten die Feuerwehr-Sportler der "Fire Dragons" aus Königswinter: Mit voller Ausrüstung, die rund 20 Kilogramm wiegt, liefen sie über die Hügel. Wer wann ins Ziel kam, war unwichtig.

"Wir messen hier auch keine Zeiten", sagte Burkhard Weis. Für die meisten zählte der Zusammenhalt. So bot Geschäftsführer Simon Werner seinem Angestellten Lutz Konopa an, ihn zu tragen, wenn er es nicht von selbst in Ziel schaffen würde. "Es macht einfach Spaß, zusammen zu laufen. Wir haben uns auch gar nicht speziell vorbereitet", sagte Jan Pohl, der prustend vor dem Zieleinlauf auf seine Kollegen vom Fachsanitätszentrum der Bundeswehr wartete. Für sie war von vornherein klar, nur gemeinsam die Ziellinie zu überschreiten.

"Diese familiäre Gemeinschaft macht das Event aus", so Weis, dessen Unternehmen teamfördernde Maßnahmen anbietet. Daraus sei auch der Firmenlauf entstanden. Wirklich gewinnbringend sei die Veranstaltung nicht, auch wenn es bereits einen Ableger in Köln gebe. Stattdessen sammelte man Spenden für die karitativen Vereine Mukoviszidose und Care, rund 14 500 Euro kamen bisher zusammen. Die Spendenaktion läuft noch etwa einen Monat.

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