Seniorenbetreuung in Bonn: 88 Plätze für Senioren im Haus Dottendorf

Seniorenbetreuung in Bonn : 88 Plätze für Senioren im Haus Dottendorf

Der neue Betreiber bietet im Haus Dottendorf vier Jahre nach der Zwangsschließung 88 Plätze für Ältere an. Am 16. Februar gibt es einen Tag der offenen Tür für potenzielle Bewohner und Anlieger.

Helle Gänge, lichte Räume, milde Farben: An den Wänden der Flure Handläufe, ein Gemeinschaftsgarten, schallschluckende Decken und auf Sitzhöhe heruntergezogene Dachfenster – jetzt fehlen im Haus Dottendorf eigentlich nur noch die Bewohner. Am 1. März sollen sich die ersten von ihnen in der Seniorenresidenz auf den vier Wohnetagen ausbreiten. Ihr neuer Vermieter ist dann die Alloheim Senioren-Residenzen SE.

„Zehn Interessenten stehen bereits in den Startlöchern“, freut sich Residenzleiterin Daniela Schreiber-Awan. Hohe Nachfrage, überschaubares Angebot, so umschreibt sie die Marktlage ihrer Branche in Bonn. Daran, dass das Haus bald belegt sein wird, hegt sie keinen Zweifel. Größer sei da schon die Herausforderung, qualifizierte Mitarbeiter in ausreichender Zahl zu gewinnen – insgesamt 75 sollen es bis zum Frühjahr werden.

Fort- und Weiterbildungen sowie Sprachkurse für die Mitarbeiter mit Migrationshintergrund sind einige Faktoren, mit denen das Management bei der Personalsuche Erfolg haben will. Auch werde man sich aktiv ins nachbarschaftliche Miteinander einbringen und gemeinsam mit den Mitarbeitern am Bonner Kulturleben teilnehmen.

Drei Millionen Euro Investitionskosten

So unverändert das Gebäude von außen scheint, so konsequent wurde es im Laufe des vergangenen Jahres im Inneren in Eigenregie – also ohne Generalunternehmer – „auf links gedreht“. Eine Investition von etwas mehr als drei Millionen Euro war der Gesellschaft die Erneuerung des Gebäudes wert, das sie von einem Privateigentümer langfristig gepachtet hat. Alloheim mit Sitz in Düsseldorf wurde 1973 gegründet, betreibt inzwischen knapp 200 Standorte in ganz Deutschland, beschäftigt rund 17 500 Mitarbeiter und gehört somit zu den Großen der Branche. Eigentümer ist seit 2018 der schwedische Finanzinvestor Nordic Capital

Mit Übernahme der Senator Gruppe 2016 gelangte auch Haus Dottendorf ins Portfolio der Alloheim, die damit auch dessen Vorgeschichte erbte. Anfang 2015 hatte die Heimaufsicht das Haus schließen lassen, weil sie die medizinisch-pflegerische Versorgung nicht mehr gewährleistet sah (der GA berichtete). Zwei ungeklärte Todesfälle wurden überdies zum Gegenstand staatsanwaltlicher Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Die sind, wie die Staatsanwaltschaft Bonn auf Anfrage des General-Anzeigers mitteilt, mangels Tatverdachts eingestellt worden.

Überlegungen zur Wiedereröffnung durch die Senator Gruppe zerschlugen sich in der Folge ebenso wie die Idee, die Stadt Bonn könnte das Haus übernehmen. Dem neuen Betreiber legten Landschaftsverband und Heimaufsicht in Gestalt der Stadtverwaltung bei der Betriebserlaubnis keine Steine in den Weg.

Drei Mitarbeiter kümmern sich um das Thema Qualität

Er und seine Kollegen seien überzeugt, eine kontinuierlich hohe Qualität in der Pflege bieten zu können, sagt Markus Marx, der für das operative Geschäft in der Region verantwortlich ist. Als Beispiel nennt er neben den hohen gesetzlichen Anforderungen das „permanente innerbetriebliche Qualitätsmanagement“, das sowohl auf technischen Komponenten als auch auf eigens dafür geschultem Personal beruhe. In Dottendorf etwa würden drei Mitarbeiter für das Thema Qualität abgestellt. „Auf diese Weise können wir in unseren Pflege- und Betreuungsprozessen auch Verbesserungspotenzial frühzeitig erkennen und umsetzen“, sagt Marx.

Ein klarer Widerspruch zu schlechten Noten und Beschwerden, wie sie auf Bewertungsportalen im Internet und in manchen Medienberichten über das Unternehmen kursieren. Über die Aussagekraft dürfte sich mutmaßlich streiten lassen. Denn positive Beurteilungen sind ebenfalls zu finden.

Unterdessen begutachtet Detlef Falk die letzten Handgriffe der Handwerker. Als Geschäftsleiter für das Facility Management ist Falk bei Alloheim deutschlandweit für die Bautechnik verantwortlich. Herausgekommen sind zu vier Fünfteln Einzelzimmer in einer Größe zwischen 22 und 29 Quadratmetern. Verglichen mit Wohnheimen neuer Bauart sei dies „bemerkenswert geräumig“, so Detlef Falk, und reiche deutlich über das gesetzliche Mindestmaß hinaus. Insgesamt 88 Plätze sind es in der Wohnanlage mit der Adresse „Hinter Hoben 179“ geworden, die zehn Kurzzeitpflegeplätze nicht einberechnet. Betreut werden alle Pflegestufen, lediglich medizinische Spezialbereiche werden nicht abgedeckt.

Am Samstag, 16. Februar, gibt es ab 12 Uhr einen Tag der offenen Tür für potenzielle Bewohner und Mitarbeiter, Betriebsbeginn ist am 1. März, die offizielle Eröffnungsfeier ist fürden 14. März geplant.

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