1979 in Bonn: 7,6 Millionen Besucher bei der Bundesgartenschau

1979 in Bonn : 7,6 Millionen Besucher bei der Bundesgartenschau

Oberstadtdirektor Wolfgang Hesse reservierte die Fläche in der Rheinaue in den 1960er Jahren, um sie vor dem Zugriff des Bundes zu schützen. 1979 fand dann die Bundesgartenschau in Bonn statt - und lockte Millionen Besucher.

Der Planungsauftrag für die Gestaltung der Rheinauen auf beiden Seiten des Flusses als grüne Mitte für die Stadt Bonn erfolgte im Jahr 1970, also ein Jahr nach der kommunalen Neugliederung. Ziel war die Umgestaltung der bestehenden Flächen, die vor der Gebietsreform zu den Randlagen und im Anschluss in der Mitte der neu geschaffenen Stadt lagen, bis zur Bundesgartenschau zu bewältigen. 1969 wurden Bad Godesberg und Beuel sowie der Hardtberg eingemeindet und gehörten ab diesem Zeitpunkt als Stadtbezirke zu Bonn.

Die Landschaftsarchitekten Gottfried und Anton Hansjakob erhielten für ihre Ideen eines Volksparks den ersten Preis bei einem bundesweiten landschaftsplanerischen und städtebaulichen Wettbewerb. Ein städtebauliches Konzept lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor, "sondern nur die Idee eines Regierungsviertels", wie die Brüder in ihrem Vorwort zum 2014 im Mercator-Verlag erschienenen Buch "Die Rheinaue in Bonn" schreiben.

Schon 1964 hatte der damalige Oberstadtdirektor Wolfgang Hesse entschieden, das Grundstück für eine Parkanlage zu reservieren und damit vor dem Zugriff des Bundes zu schützen, der sich im Regierungsviertel der Bundeshauptstadt immer weiter auszubreiten gedachte. Bei ihren Überlegungen bezogen die Brüder Hansjakob die Anbindung an das Rheinufer ebenso mit ein wie die Lage der Bonner Bucht in direkter Nähe zum Mittelrheintal mit Blick auf die Hügellandschaft des Siebengebirges. Sie unterteilten das Areal in drei Teile: das Rheinufer mit den Promenaden, den Park mit dem Auensee und die Aussichtsterrasse mit den Höhenwegen. Der Japanische Garten als "Band der Treue" zwischen beiden Ländern (so steht es im Bildband zur Rheinaue) geht auf eine Beteiligung der japanischen Regierung auf Anregung von Oberbürgermeister Hans Daniels an der Bundesgartenschau zurück. Akiro Sato wurde mit der Planung und Ausführung beauftragt.

7,6 Millionen Besucher in der Rheinaue

Vom 27. April bis zum 21. Oktober 1979 kamen laut der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft 7,6 Millionen Besucher nach Bonn, um die Blumenwiese, die Pflanzen in den Hallen und die neu geschaffenen Uferpromenaden zu bestaunen. Die Gesellschaft spricht heute noch von einem "überwältigenden Erfolg". Mit 160 Hektar Fläche gehört das bis dahin vernachlässigte Grenzgebiet zwischen den Städten seitdem zu einem der größten und schönsten Landschaftsparks in Deutschland.

Die Münchner Architekten befassten sich in der Folge auch mit dem städtebaulichen Konzept für das Parlamentsviertel, dazu gehörte auch der Ausbau der Adenauerallee zur "Regierungsallee". Zentrale Bauwerke sollten nicht in unmittelbarer Nähe zur Rheinaue entstehen, um die Wirkung des Parks nicht zu mindern. "Ernst van Dorp hat in kongenialer Weise seine Bauten der Rheinauenplanung angepasst", sagt Gottfried Hansjakob. In der Folge ergaben sich neue Planungsaufträge, die er und sein Bruder begleiteten. Dazu zählten die Fraktionsbauten in der Gronau, die Rheinpromenaden an Wilhelm-Spiritus-Ufer und Stresemann-Ufer von der Zweiten Fährgasse bis zur Gronau und Ende der 1990er Jahre die Gestaltung der Uferpromenade an der ehemaligen Zementfabrik auf der Beueler Rheinseite. Die Zementfabrik musste während des Baus der Rheinaue umplant werden.

Heute ist der dort entstandene "Bonner Bogen" ein Wohn- und vor allem Arbeitsviertel. Außerdem ist das Hotel Kameha entstanden und gastronomische Betriebe haben sich niedergelassen. 2002 haben die Münchner Architekten die Pläne für das Freigelände des Institutsgeländes Caesar entworfen. Der rückseitig zur Ludwig-Erhard-Allee gelegene Park ist weiterhin frei zugänglich.

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