Lossprechung

55 Bonner Gesellen feiern auf dem Rhein

Die frischgebackenen Gesellen auf der Filia Rheni.

Die frischgebackenen Gesellen auf der Filia Rheni.

BONN. 55 frischgebackene Gesellen aus drei metallverarbeitenden Berufen feierten an Bord der Filia Rheni in Bonn. Einer von ihnen hatte in seinem Betrieb Glück im Job und in der Liebe.

Nach dem abgeschlossenen BWL-Studium zum Metallbauer umsatteln, weil der Alltag im Büro zu langweilig ist: Die Karriere von Jan Rien Waschko ist alles andere als alltäglich und als ob das noch nicht genug wäre, schloss der 25-Jährige seine Ausbildung als Jahrgangsbester ab. Am Montagabend wurden an Bord des Rheinschiffs Filia Rheni insgesamt 55 Metallbauer, Metallgestalter und Feinwerkmechaniker losgesprochen und Waschko war einer von Ihnen. Die Bootsfahrt mit Abendessen veranstaltet die Innung für Metalltechnik Bonn-Rhein-Sieg traditionell für die Prüflinge und ihre Angehörigen.

15 frischgebackene Gesellen aus der Prüfung im vergangenen Sommer und weitere 40 aus der in diesem Winter hatten sich in Schale geworfen, um die festliche Ausfahrt nach Remagen und wieder zurück mit Frau, Freundin oder anderen Familienangehörigen zu feiern. Die Durchfallquote war nicht sehr hoch; angetreten waren im Sommer 16 und im Winter 43 Prüflinge. Dennoch bedauerte der Prüfungsvorsitzende für den Bereich Metallbau Heinrich-Christoph Winand, dass das Niveau in den letzten Jahren zurückgegangen sei. Das liege wohl an der Bildungspolitik in NRW, in anderen Bundesländern sei dergleichen nicht in dieser Form zu sehen.

Sehen lassen kann sich hingegen das Niveau der drei Prüfungsbesten, neben Waschko war das Daniel Juskowski für den Bereich Metallgestaltung und Marvin Werner im Bereich Feinwerkmechanik. Dass Akademiker im Allgemeinen gut verdienen ist bekannt. Dass ein Handwerksgeselle mit einem Hochschulabsolventen aber finanziell durchaus mithalten kann, wird so manchen überraschen: „Auch in Punkto Geld hätte sich der Wechsel für mich gelohnt“, erzählte Waschko. Da der Metallbaugeselle nach bestandener Prüfung aber direkt wieder die Schulbank drückt, bleibt das zunächst Zukunftsmusik. „Ich will den Meister gleich dranhängen“, so der junge Mann.

Begleitet wurde er neben seiner Freundin auch von seinem früheren und vielleicht zukünftigen Chef: Ein solcher Wechsel sei immer noch etwas Besonderes, so Guido Kasler. Bei dem gleichnamigen Rheinbacher Metallbauunternehmen hat Waschko übrigens nicht nur die Liebe zum Handwerk entdeckt: Seine Freundin ist auch die Tochter seines Chefs.