Feierstunde in Oberkassel: 42 frisch gebackene Bonner Jägerinnen und Jäger

Feierstunde in Oberkassel : 42 frisch gebackene Bonner Jägerinnen und Jäger

Es ist nicht leicht, die Jägerprüfung zu bestehen. 42 Bonner haben es nun geschafft - darunter viele Frauen.

Große Freude bei 42 Frauen und Männern: Sie haben am Samstagabend in den Räumen der Zimmerei Krahe in Oberkassel den Erwerb ihres Jagderlaubnisscheines gefeiert. Die Jägerschaft Bonn richtet jährlich die Ausbildung junger Jägeranwärter aus und bereitet die Teilnehmer auf die staatliche Prüfung vor.

Für den achtmonatigen, intensiven Kursus, der von August bis April dauerte, besteht seit Jahren eine große Nachfrage. Der Anteil von Frauen, die offensichtlich Freude oder Interesse an der Jagd haben, wächst jährlich. Diesmal lag ihr Anteil bei gut 30 Prozent – bei 62 Prüflingen.

Etwa gleich hoch ist allerdings auch die Gesamt-Durchfallquote des lernintensiven Kurses, der aus einem schriftlichen Teil und dem Schießen bestand. Probleme gab es beim mündlichen/praktischen Teil, der im September von den 20 Prüflingen, die nicht bestandenen hatten, wiederholt werden kann.

„Respekt und Fairplay sind die Grundregeln bei der Jagd“, sagte Lutz Schorn bei seiner Gratulationsrede vor den Prüflingen. Der Vorsitzende der Jägerschaft ergänzte, dass es für alle noch viel dazuzulernen gibt, und betonte die Wichtigkeit des Verbandes.

An zwei Unterrichtsabenden je Woche und auf insgesamt acht Reviergängen lernten die frischgebackenen Jäger in den vergangenen Monaten alles über Naturschutz, Jagdrecht, Wildbiologie, Wald- und Landbau, Seuchenabwehr und nicht zuletzt auch über die richtige Waffenhandhabung.

„Als Treiber das Wild aus einer Horde zu mischen, hat mir am meisten Spaß gemacht“, sagte beispielsweise Lehrgangsteilnehmer Holger Jordan (50), der sich künftig auf die Wildschweinjagd spezialisieren möchte.

Der Umgang mit den Schusswaffen wie Schrotflinte und Büchse war für die Mehrzahl der weiblichen Teilnehmer Neuland. „Sitzend auf einen Rehbock, stehend freihändig oder auf Tontauben schießen, waren immer besondere Erlebnisse, die uns von den Dozenten hervorragend vermittelt wurden“, sagte Tanja Küspert stolz.

Zudem schätzte die 25-Jährige das Miteinander in der Lerngruppe, das ihr letztlich zum Bestehen der Prüfung verhalf. Zur Jagd gehören natürlich auch Jagdbläser, die die Feierstunde musikalisch begleiteten.

Mögen die Beweggründe des Jagens noch so unterschiedlich sein, eines verbindet wohl alle Jäger: Schießen und Essen. So gab es zur Feier des Abends einen Hirschbraten aus der Eifel – das Tier wurde selbst erlegt. Zu späterer Stunde wurde dann noch geknallt: Allerdings ohne Waffen und mit freier Sicht auf das naheliegende Feuerwerk von „Rhein in Flammen“.