Bau der Haltestelle UN-Campus in Bonn: 400 Tonnen Beton in Bewegung

Bau der Haltestelle UN-Campus in Bonn : 400 Tonnen Beton in Bewegung

Die Unterführung der künftigen Haltestelle UN-Campus ist montiert. 400 Tonnen Beton wurden dazu in den vergangenen Tagen bewegt. Auch der Zugverkehr war von den Bauarbeiten betroffen.

400 Tonnen Beton bewegt man nicht mal eben so. Um die künftige Personenunterführung am künftigen Bahnhaltepunkt Bonn UN-Campus an ihren Platz zu bewegen, wurde sie zuvor auf drei Verschubbahnen aus einem Guss hergestellt und dann mittels hydraulischen Pressen im Schneckentempo an ihren endgültigen Platz bewegt.

Das war laut Bauleiter Alexander Jung deutlich schneller erledigt als gedacht. Das Anbringen einer fertigen Personenunterführung, von Jung kurz „PU“ genannt, habe einen großen Vorteil: „Damit müssen wir den Zugverkehr so wenig wie möglich beeinflussen.“ Dennoch musste für den Einschub der Gleisabschnitt zwischen Bonn und Bad Godesberg komplett von Freitagabend an gesperrt werden, in der Nacht auf Montag ab 4 Uhr wurde der Fahrbetrieb wieder aufgenommen.

Fußgänger und Radfahrer können sich freuen: In naher Zukunft müssen sie nicht mehr an Bahnschranken warten, sondern können die Gleise bequem unterqueren. Die Unterführung bekommt eine Anbindung an die Radwege auf beiden Seiten der Gleise, es sei auch eine Anbindung an die Moselstraße im Gespräch, so der Bauleiter. Der Radweg auf Kessenicher Seite muss verlegt werden, damit eine Rampe von der Unterführung hoch zum Bahnsteig entstehen kann. Eine solche Rampe wird es zu beiden Seiten geben.

Die Rampen werden als nächstes gebaut. Dafür wurden Spundwände eingesetzt, die den Druck durch vorbeifahrende Züge auffangen, was die Arbeit sehr erleichtert. Begonnen wird mit der auf Kessenicher Seite, die auf Seite der Museumsmeile folgt im nächsten Schritt. Auf dieser Seite wird die Rampe für Radfahrer und Gehbehinderte parallel zum Radweg nach oben führen.

Schlammsperre und Stopfpickel

Die meiste Arbeit geschehe im Vorfeld, sagte Jung. Das gilt auch für die Bahnsteige, die ebenfalls als Fertigteile hergestellt und im Frühling angeliefert werden, nachdem man die Fundamente dafür gesetzt hat. „Im März und April wird es deshalb noch einmal Sperrpausen geben“, kündigte er an. Die würden aber nicht so lange dauern wie die jetzige. Diese Unterbrechungen des Bahnbetriebes seien notwendig, und wirkliche Alternativrouten gebe es nicht mehr. „In der Vergangenheit wurden viele Umgehungsstrecken geschlossen, um das Tafelsilber zu veredeln“, sagte Jung. Dadurch fielen jetzt diverse Zugfahrten aus.

Während die PU eingeschoben wurde, wurde über ihr auch gearbeitet. „Wir hatten eine Schlammsperre im Gleis“, erklärte der Bauleiter. Das bedeutet, dass eine wasserundurchlässige Schicht unter den Schienen verhindert, dass sich das Gleisbett verfestigt. Dieses Problem gingen die Arbeiter ebenfalls an. Mit der Unterführung hatte das nichts zu tun. „Wir haben die Sperrung genutzt, um das gleich mit zu erledigen.“

Einige Gleisteile wurden dafür entfernt. Sie wurden in der Nacht wieder eingesetzt und verschweißt, dann fuhr eine Gleis-stopfmaschine die Baustelle ab. Mit ihr wurde ein Stopfpickel neben den Schwellen eingeführt, der mit einer Vibration den Schotter in Bewegung versetzt. Die Schottersteine sind Jung zufolge deshalb scharfkantig, damit sie sich ineinander verkeilen und ein stabileres Bett ergeben.

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