Wirtschaftsbericht der Stadt: 3700 neue Jobs in Bonn binnen eines Jahres

Wirtschaftsbericht der Stadt : 3700 neue Jobs in Bonn binnen eines Jahres

Dynamisch, hochproduktiv, wirtschaftliches Zugpferd in NRW: Mit diesen Vokabeln beschreibt Oberbürgermeister Ashok Sridharan die Entwicklung des Standorts Bonn im vergangenen Jahr.

Zum Stichtag 30. Juni 2017 stieg die Zahl sozialversicherungspflichtiger Jobs um rund 3700 auf 173.531 – der Zuwachs von 2,2 Prozent lag knapp unter dem NRW-Schnitt (2,3 Prozent). Zugelegt haben vor allem der Gesundheits- und Sozialbereich und die Informations- und Kommunikationsbranche.

419 neue Jobs schuf die öffentliche Verwaltung, vor allem in Bundesbehörden. Auf einen Tiefstand fiel Bonn dagegen als zweiter Sitz der Bundesregierung: Nur noch 33,1 Prozent der ministeriellen Arbeitsplätze waren am Rhein, der Rest in Berlin. Das produzierende Gewerbe entwickelt sich stabil und stellt rund acht Prozent aller Beschäftigten.

Der Aufschwung im Dienstleistungs- und Verwaltungssektor hält schon länger an: In den vergangenen drei Jahren hat Bonn rund 10.000 Jobs hinzu gewonnen. Besonders stark ist die Stadt in den wissensintensiven Branchen: Mit einer Akademikerquote von 28,5 Prozent aller Beschäftigten liegt sie bundesweit auf Rang sieben. Mit 93.858 Euro pro Erwerbstätigem und pro Jahr hat Bonn die stärkste Wirtschaftsleistung im Land NRW.

Ende 2019 droht allerdings ein Rückschlag bei den Jobzahlen: Die Zurich-Versicherung hat einen vollständigen Umzug der rund 1500 Bonner Arbeitsplätze in die neue Kölner Zentrale angekündigt. Um so erfreuter zeigt sich Sridharan darüber, dass die Postbank mit ihren 3500 Bonner Mitarbeitern den geplanten Neubau am „Neuen Kanzlerplatz“ (früher Bonn-Center) anmietet. Der Oberbürgermeister: „Für diese Standorttreue möchte ich mich ausdrücklich bedanken.“

Victoria Appelbe zieht eine positive Bilanz der von ihr geleiteten Wirtschaftsförderung. Insgesamt begleitete ihr Amt im vorigen Jahr 846 Unternehmensvorhaben, davon 218 Ansiedlungs- und Investitionsprojekte, 352 Anliegen von ansässigen Firmen und 276 Existenzgründungsvorhaben. Zu den größeren Projekten gehört die Standorterweiterung der SGL Group in Bad Godesberg, wo in den nächsten vier Jahren 25 Millionen Euro investiert werden sollen. Allein beim Carbon-Spezialisten rechnet Appelbe mit etwa 150 neuen Arbeitsplätzen.

Problematisch bleibt das geringe Angebot von Gewerbeflächen. Hier setzt Appelbe auf Kooperation mit dem Rhein-Sieg-Kreis. 2019 soll zudem die Vermarktung des Gewerbeparks Pützchen starten.