Natur erleben: 3000 Bonner beim Familientag „Jagd und Natur“

Natur erleben : 3000 Bonner beim Familientag „Jagd und Natur“

Zum vierten Familientag „Jagd und Natur“ der Jägerschaft Bonn kommen 3000 Besucher. Vor allem sollte Kindern die Natur näher gebracht werden. Ein Weißkopfseeadler im Tiefflug konnte von den Besuchern bestaunt werden.

„Kindern die Natur näherbringen, darum geht es“, erklärte Olaf Leidreiter von der Jägerschaft Bonn. Beim vierten jährlichen Familientag „Jagd und Natur“, der am Sonntag rund um die Waldau etwa 3000 Besucher anlockte, ging es nicht nur um die Jagd: Vor allem sollten die Tiere und Pflanzen des Waldes vorgestellt werden.

So etwa beim Hörquiz am Stand des Hauses der Natur, an dem die Kinder Bussard, Ackerhummel oder Rothirsch am Geräusch erkennen sollten. „Bei uns kann man die Natur fühlen, riechen, schmecken und hören“, erklärte Heike Hückelsfeld. Die sogenannte „rollende Waldschule“, die auch in Grundschulen den Unterrichtet bereichert, bot mit einer Reihe präparierter Tiere aus den heimischen Wäldern die Gelegenheit, Tiere wie den Marderhund zu streicheln. Dazu gab es Wildtierführungen, eine Jagdhundeschau, Vorträge oder die Greifvogelschau, die besonders viele Kinder und Eltern auf die Streuobstwiese lockte.

Jäger seien bewaffnete Gärtner

„Wir lassen die Vögel heute fliegen“, kündigte Falknerin Silke Meller an. Während sich die Menge um die Tiere und die Falkner versammelte, flogen Wüstenbussard Medusa, Sakerfalke Saladin, die Schleiereule Merlin, der Uhu Gunkel und der Weißkopfseeadler Alaska von Hand zu Hand über die Wiese. Medusa war besonders zugänglich und flog direkt über die Köpfe einer kleinen Gruppe.

„Es ist schön, mit den Kindern auch mal was in der Natur machen zu können. Die Greifvogelschau finde ich immer besonders toll. Stadtkinder kriegen das oft nicht so mit“, sagte Christina Schatz, die mit ihrem zweijährigen Sohn Maximilian den Familientag in der Waldau besuchte. „Mein Zweijähriger kann jetzt mit der Jagd vielleicht noch nicht so viel anfangen, aber auch das kennenzulernen ist interessant. Mein Opa war auch Jäger.“

Denn auch das war Thema beim Familientag in der Waldau. „Nicht jeder hat die Möglichkeit mit Jägern in Kontakt zu treten, zu diskutieren und Fragen zu stellen. Dafür stehen wir heute zur Verfügung“, sagte Olaf Leidreiter. „Was viele nicht wissen: Jäger sind quasi bewaffnete Gärtner, die dafür sorgen, dass das gepachtete Grundstück bewirtschaftet wird. Es geht um das vernünftige Bewirtschaften und die Beobachtung der Tiere. Das Waidwerk ist weniger ein Sport, sondern die älteste Tätigkeit der Welt. Und Wildfleisch ist Bio pur“, fügte Leidreiter hinzu.

Jägerschaft Bonn ist zufrieden

Auch das konnten die Besucher in der Waldau probieren. „Ich habe schon Wildwurst gegessen, das war sehr lecker“, berichtete eine 77-jährige Dame, die ausgestattet mit Nordic-Walking-Stöcken vorbeigekommen war. „Das ist mal was ganz anderes, die Jägerschaft zu erleben. Ich bin sehr angetan.“

Und auch die Jägerschaft Bonn blickte zufrieden auf den Tag: „Eigentlich wollten wir den Familientag jedes zweite Jahr veranstalten, aber die Resonanz ist so groß, dass wir den Tag jährlich machen“, sagte Olaf Leidreiter zufrieden. Um Jägernachwuchs gehe es aber nicht, denn das sei nicht nötig. „Der Zulauf ist enorm.“

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