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Fachpreise der Hans-Riegel-Stiftung: 3. Bonner Science Slam macht Wissenschaft zur Unterhaltung

Fachpreise der Hans-Riegel-Stiftung : 3. Bonner Science Slam macht Wissenschaft zur Unterhaltung

Beim 3. Bonner Science Slam stellten Studenten ihre Arbeit verständlich und unterhaltsam vor. Sie erklärten zum Beispiel, warum die Geowissenschaften so wichtig sind und warum Trump immer weiter von Europa wegdriftet.

Warum sollten Politiker und Architekten häufiger auf Geowissenschaftler hören? Und was machen Geowissenschaftler überhaupt? Thora Schubert kann das beantworten – sie braucht dafür nur zehn Minuten und bringt einen vollen Saal zum Lachen. Damit war die Studentin aus Göttingen eine ideale Besetzung für den dritten Science Slam der Hans-Riegel-Stiftung, der am Freitagabend in der Universität Bonn stattfand. Schubert und fünf weitere Teilnehmer hatten jeweils zehn Minuten Zeit, um ein wissenschaftliches Thema möglichst verständlich und unterhaltsam zu vermitteln. Moderiert wurde der Abend von WDR-Moderator Ralph Caspers.

Alle sechs Slammer waren Alumni der Hans-Riegel-Fachpreise. Sie wurden also als Oberstufenschüler für besonders gute vorwissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet. Mittlerweile studieren die zwei jungen Frauen und vier Männer selbst – durch die Fachpreise hatten einige aber schon in der Schulzeit die Möglichkeit, Kontakt zu Universitäten zu schließen.

90.000 Euro an Preisgeldern

„Vor elf Jahren haben wir mit der Vergabe der Fachpreise begonnen, mittlerweile haben wir mehr als 90.000 Euro an Preisgeldern vergeben“, sagte der Vorsitzende der Stiftung, Reinhard Schneider. Der Science Slam sei ein Höhepunkt der zweijährlich stattfindenden Hans-Riegel-Akademie, an der von Donnerstag bis Sonntag in Bonn etwa 200 ehemalige Fachpreis-Gewinner teilnahmen. Sie waren nicht nur beim Science Slam zu Gast, sondern auch bei Vorträgen und Workshops – zu den Referenten gehörte etwa der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, Johann-Dietrich Wörner, oder die Gedächtnissportlerin Christiane Stenger.

Professor Andreas Zimmer betonte, wie wichtig Veranstaltungen wie der Science Slam sind: „Es gehört auch zur Wissenschaft dazu, andere für sein Thema begeistern zu können“, sagte der Prorektor für Forschung und Innovation an der Uni Bonn, „auch, weil es einen selbst zum Weiterforschen motiviert.“

Warum Politiker und Architekten genauer auf Geowissenschaftler hören sollten, erklärte Slammerin Schubert am Beispiel ihrer eigenen Universität: Die Unibibliothek in Göttingen war früher mit einer Marmorfassade verkleidet, einem Gestein, das sich bei Hitze ausdehnt – der Baustoff auf der Innenseite des Gebäudes hingegen nicht. Nach einigen Jahren bogen sich die Marmorplatten daher nach innen und außen, 2011 wurden sie ersetzt.

Eine „gute“ Nachricht von der Plattentektonik hob sich die Geowissenschaftlerin für den Schluss auf: „Auf jeden Fall im Auge behalten sollten wir die aktiven Plattengrenzen – dank ihnen bewegt sich Donald Trump nämlich zwei Zentimeter pro Jahr von uns weg.“