Bürgerausschuss in Bonn: 250 Demonstranten füllen den Ratssaal in Bonn

Bürgerausschuss in Bonn : 250 Demonstranten füllen den Ratssaal in Bonn

Die Sitzung des Bürgerausschusses in Bonn wurde am Dienstagabend von rund 250 Demonstranten begleitet. Drei Organisationen wollen die Ausrufung des Klimanotstandes erreichen. Im Bürgerausschuss erfuhren sie große Zustimmung.

So viele Besucher finden selten den Weg in den Bonner Ratsaal: Am Dienstagabend kamen rund 250 Zuschauer in den Bürgerausschuss, um die Bedeutung eines Bürgerantrags zu bekräftigen, den die Organisationen Fridays for Future, Klimawache und Parents for Future dort eingereicht hatten. Erklärtes Ziel ist die Ausrufung des Klimanotstandes durch den Bonner Stadtrat.

Im Bürgerausschuss fanden sie mit ihrem Ansinnen durchaus Gehör. Einstimmig empfahlen die Kommunalpolitiker dem Stadtrat, dem Antrag zuzustimmen. Wie Luca Samlidis von Fridays for Future dem GA nach der Sitzung sagte, sei die Ausrufung, der sich bereits mehrere Städte angeschlossen hätten, ein eher symbolischer, aber wichtiger Akt. „Doch wir wollen mehr erreichen als reine Lippenbekenntnisse und Wortspiele.“

Er kündigte an, dass die beteiligten Bewegungen künftig die Klimapolitik innerhalb der Stadt Bonn auf den Prüfstand stellen werden. Beim Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der Radwegeinfrastruktur und der Energienutzung werde man ganz genau hinschauen, wo Geld sinnvoll ausgegeben werde. Der 19-jährige Samlidis zeigte sich erfreut über die breite Rückendeckung durch die Ausschussmitglieder, von denen sich nur eines enthielt.

Vor der Debatte sprach Luisa Engqvist zu den Demonstranten und den politischen Vertretern: „Ich bitte Sie im Namen der Vernunft: Hören Sie auf die Wissenschaftler und rufen Sie den Klimanotstand aus.“ Auch Nils von Delft von der Klimawache betonte: „Die auf uns zukommende Klimakrise ist gefährlich – das machen wir alle gemeinsam vor der Politik deutlich und fordern die Ergreifung ganz konkreter Gegenmaßnahmen auch in Bonn.“

Dieses Video ist Teil einer Koperation von GA und WDR.