Aktion des Stadtsportbunds: 25 Vereine beteiligen sich an Bonner Sportwoche

Aktion des Stadtsportbunds : 25 Vereine beteiligen sich an Bonner Sportwoche

Unter dem Motto „Reinschnuppern, Mitmachen, Ausprobieren“ lädt der Stadtsportbund gemeinsam mit Vereinen dazu ein, bis Sonntag, 30. September, verschiedene Sportarten und Bewegungsangebote kennenzulernen – kostenfrei und unverbindlich.

Aus den Lautsprechern des CD-Players erklingt Tom Jones mit „It's Not Unusual“, und mit den ersten Tönen marschieren Hans Schäfer (77) und Christa Lehnen (68) durch die Halle, um die „müden Knochen aufzuwärmen“, sagen beide und lachen. „Arme hoch, abfallen lassen und auf Schulterhöhe abfangen“, gibt Kursleiterin Anne Zurawka das Kommando und die muntere Truppe folgt aufs Wort. „Jetzt nehmt die Schultern hoch und runter. Immer im Takt. Aber noch nicht kreisen lassen.“

Jede Wochen treffen sich die Senioren zur „Rückenschule mit Musik“ des Turn- und Gymnastikvereins Bonn. „Um Muskeln aufzubauen und zu erhalten, fit zu bleiben und die Koordination zu trainieren“, erklärt Hans Schäfer. Denn „wer rastet, der rostet“, fügt Christa Lehnen lachend hinzu. Sie sind sich einig, dass sie nicht nur etwas für ihren Körper sondern ebenfalls etwas für ihren Geist tun. „Bewegung fängt im Kopf an“, sagt Kursleiterin Zurawka.

Wie gut Sport im Alter tut, das demonstrieren sie gemeinsam mit den rund 18 anderen Teilnehmern ihres Kurses diese Woche bei der „2. Bonner Sportwoche“. Unter dem Motto „Reinschnuppern, Mitmachen, Ausprobieren“ lädt der Stadtsportbund gemeinsam mit Vereinen bis Sonntag, 30. September, dazu ein, verschiedene Sportarten und Bewegungsangebote kennenzulernen – kostenfrei und unverbindlich. Rund 25 Vereine beteiligen sich an der Aktion. Das Angebot reicht von Pilates über Tanzen, Rugby, Walking, Quidditch und Fußball bis hin zu Badminton oder Taekwondo.

„Damit wollen wir die Vielseitigkeit des Bonner Sports zeigen“, erklärt Michael Scharf, Vorsitzender des Stadtsportbundes (SSB). Das Angebot findet direkt im Anschluss an die Aktion „Sport im Park“ statt, die in diesem Sommer mehr als 25.000 Bürger „bewegt“ hat. „Wir möchten, dass viele auch nach der Sport-im-Park-Saison aktiv bleiben und sich in den Sportvereinen umsehen. Es gibt unzählige Möglichkeiten in den Wintermonaten fit zu bleiben“, ergänzt Sandra Horschel vom SSB.

Kein harter Körperkontakt beim "Walking Football"

Fußball ist über alle Altersstufen hinweg die beliebteste Freizeitbeschäftigung. Mit den Jahren mangelt es häufig jedoch an Kondition und Ausdauer, erste Verschleißerscheinungen an den Gelenken machen so manchem Kicker zu schaffen. „Genau diesen Menschen wollen wir eine Alternative bieten“, sagt Jörg Michael vom FC Hertha.

Mit „Walking Football“ (30. September, 16 Uhr, Sportanlage FC Hertha Bonn, Kessenicher Straße 262) präsentiert der Verein ein Angebot, das es bisher deutschlandweit nur in ganz wenigen Clubs gibt. „Beim Walking Football ist das Spielfeld kleiner, es wird nicht gelaufen und der Ball darf nur hüfthoch gespielt werden. Dadurch gibt es keinen harten Körperkontakt, der schnell zu Verletzungen führen kann“, erklärt er.

„Dennoch kommen die Kicker ordentlich ins Schwitzen, trainieren Ausdauer und Beweglichkeit“, versichert er. Ob es in Bonn eine Nachfrage nach „Walking Football“ gibt, will der Verein in der Sportwoche testen. „Besteht Interesse, dann werden wir Walking Football in Zukunft anbieten“, versichert Jörg Michael.

Für Hans Schäfer und Christa Lehnen ist es jedoch nicht nur wichtig fit und in Form zu bleiben. „Auch auf die Gemeinschaft wollen wir nicht verzichten“, sagt die „Nein“, sagte die 68-Jährige. Regelmäßig unternehmen die Turner gemeinsam Wanderungen und treffen sich abseits der Halle. „Wir sind wirklich ein fröhlicher Trupp.“ Allerdings gibt es immer wieder Wermutstropfen, die die gute Stimmung trüben. „Die Diskussionen über die Hallennutzung bringt stets Unruhe. Darauf könnten wir ganz gut verzichten“, sagt Zurawka.