Illegales Autorennen in Bonn?: 20-jähriger Unfallfahrer schwer verletzt

Illegales Autorennen in Bonn? : 20-jähriger Unfallfahrer schwer verletzt

Der schwere Unfall auf der Godesberger Allee in der Nacht zum Sonntag war möglicherweise das tragische Ende eines illegalen Autorennens. Ein 20-Jähriger war auf der B9 von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt.

Mehrere Zeugen hätten berichtet, dass der Unfallwagen, ein BMW, und ein roter Opel Astra auf der Bundesstraße 9 mit hoher Geschwindigkeit nebeneinander in Richtung Bad Godesberg gefahren seien, erklärte ein Polizeisprecher. Die Polizei hat eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Der schwer verletzte BMW-Fahrer schwebte am Sonntag nicht mehr in Lebensgefahr.

Der 20-Jährige Bonner hatte gegen 1.10 Uhr mit hohem Tempo auf regennasser Fahrbahn in Höhe des Maritim-Hotels die Kontrolle über seinen BMW verloren. Das Auto drehte sich und schleuderte mit der Fahrerseite gegen den Baum am Straßenrand. Unfallzeugen alarmierten den Rettungsdienst und die Feuerwehr. Letztere musste den 20-Jährigen mit hydraulischem Gerät aus dem stark deformierten Fahrzeug befreien. Nach Angaben von Einsatzleiter Willi Palm war der Fahrer durch den Zusammenprall zur Beifahrerseite hinübergeschoben worden; seine Beine waren eingeklemmt. Rettungssanitäter versorgten ihn durch ein Autofenster, während einige der 22 Wehrleute die Karosserie mit der Blechschere auftrennten. Gegen 2.10 Uhr etwa war der 20-Jährige schließlich befreit. Ein Rettungstransportwagen brachte ihn zur Uniklinik. Die B 9 war in Richtung Bad Godesberg bis etwa vier Uhr gesperrt.

Schon in der Nacht kam der Verdacht auf, dass mit den beiden Autos ein illegales Rennen gefahren worden sein könnte. Nach Auskunft des Polizeieinsatzleiters vor Ort war der 20-Jährige mit einem Bekannten unterwegs, der die Straße in einem eigenen Auto befahren hatte. Dabei handelt es sich wohl um den roten Astra mit Bonner Kennzeichen, dessen Türen mit auffälligen schwarzen Flügeln verziert sind. Der Astra-Fahrer habe noch kurz an der Unfallstelle angehalten, sei dann aber weitergefahren. Die Polizei suchte nach diesem Auto. Am Montag hat sich dann der Fahrer des Opel Astra bei der Polizei gemeldet.

In Bonn habe es in den vergangenen Jahren keine Häufung von illegalen Rennen gegeben, heißt es in Polizeikreisen. Anders als in Köln oder im Ruhrgebiet gebe es in der Region keine Tuning-Szene, die mit aufgemotzten Autos die Straßen unsicher mache. Im April 2016 verurteilte das Kölner Landgericht zwei junge Männer, die den Tod einer 19-Jährigen in Köln verursacht hatten. Einer der beiden Autofahrer war mit seinem BMW ins Schleudern geraten und hatte die 19-jährige Radfahrerin erfasst. Im Prozess konnte den Männern (23 und 22 Jahre alt) nicht nachgewiesen werden, dass sie sich ein illegales Rennen geliefert hatten. Sie erhielten Bewährungsstrafen von von zwei Jahren beziehungsweise einem Jahr und neun Monaten.

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