Hans-Riegel-Fachpreis: 17-jährige Bonnerin untersucht Künstliche Intelligenz

Hans-Riegel-Fachpreis : 17-jährige Bonnerin untersucht Künstliche Intelligenz

Die Hans-Riegel-Fachpreisträgerin Anaïs Siebers will Lösungen für Probleme des Alltags suchen - und interessiert sich daher stark für IT und Künstliche Intelligenz.

Besser hätten die Abiprüfungen für Anaïs Siebers nicht laufen können. „In einem Fach wurde das geprüft, was ich erhofft hatte, in einem anderen das, was ich erwartet hatte. Und Informatik lief ebenfalls sehr gut“, erzählt die 17-jährige Schülerin des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums (EMA). Den angestrebten Einser-Notendurchschnitt hat sie mit Sicherheit erreicht. Neben Englisch hat sie mit Informatik jedoch einen eher untypischen Leistungskurs gewählt, „aber das habe ich nie bereut“, lacht sie. „Dafür habe ich sogar die Schule gewechselt, weil der Kurs an meinem vorherigen Gymnasium nicht angeboten wurde.“

Nicht nur im Unterricht am EMA hat Siebers bewiesen, dass sie sich mit Computeranwendungen auskennt, komplizierte Sachverhalte erklären und Probleme souverän lösen kann. Für ihre Jahresarbeit über Künstliche Intelligenz wurde sie auch mit dem Hans-Riegel-Fachpreis ausgezeichnet. Damit werden die jeweils drei besten eingereichten Facharbeiten der gymnasialen Oberstufe eines Schuljahres aus den Fächern Biologie, Geografie, Mathematik, Chemie, Physik und Informatik prämiert.

„Entwicklung eines persönlichen KI-basierten adaptiven Assistenten“ lautet der genaue Titel ihrer Arbeit, eine Materie, mit der wahrscheinlich nur wenige Menschen etwas anfangen können. „Ich habe mich für dieses Thema entschieden, weil Künstliche Intelligenz und Assistenten in Zukunft eine große Rolle spielen werden. Außerdem kenne ich viele Menschen, die ihre persönlichen Angaben nur Institutionen anvertrauen wollen, die unseren Datenschutzvorstellungen und Richtlinien entsprechen. Meine Erfahrung ist allerdings, dass Suchmaschinen nicht das für den Nutzer beste Ergebnis liefern. Oftmals wird die Suche von den Interessen großer Konzerne geleitet“, erklärt die Abiturientin.

Auch ihre Eltern sind in der IT-Branche tätig

Da ihre Eltern ebenfalls in der IT-Branche tätig sind, hatte die 17-jährige schon früh Kontakt mit Mint-Fächern. „Die Naturwissenschaften sind sehr logisch. Alles baut aufeinander auf. Gleichzeitig wird IT immer essenzieller. Es ist wichtig, sich auszukennen – auch wenn man beruflich vielleicht später einmal etwas anderes macht“, ist sie überzeugt. Schließlich könne man mit den richtigen Computeranwendungen konkrete Lösungen für viele Probleme des Alltags finden. „Nichts ist zufällig und alles gibt einen Sinn“, sagt sie. „Ich bin wirklich stolz, wenn ich einen Sachverhalt gelöst habe.“ Und aufgrund der ständigen Weiterentwicklung in der Branche werde es in der IT nie langweilig.

Hartnäckig halten sich trotzdem noch alte Vorurteile, dass der Mint-Bereich vorrangig etwas für Jungen ist. „Aber es findet allmählich ein Wandel statt“, beobachtet die 17-Jährige. In ihrem Leistungskurs gab es drei Mädchen und fünf Jungen. „Das ist doch schon eine gute Quote“, lacht sie. Gab es auch Schulfächer, die ihr nicht lagen? „Ja“, gibt sie unumwunden zu. „Erdkunde war gar nicht mein Ding. Alles andere habe ich wirklich gerne gemacht. Auch Kunst und Sprachen liegen mir.“

Trotz aller Begeisterung für Naturwissenschaften und dem vergangenen Abi-Stress bleibt noch Zeit für ein ganz normales Teenager-Leben. „Ich spiele regelmäßig Tennis, sitze gerne am Klavier und singe“, erzählt die Fachpreis-trägerin. Sobald sie die Ergebnisse der Abiturprüfungen hat, fliegt sie gemeinsam mit ihrer Freundin nach Spanien.

Nach der Rückkehr wird Anaïs Siebers langsam damit beginnen, ihre Koffer zu packen. Denn mit Beginn des Wintersemesters wird sie die Region in Richtung Wiesbaden verlassen. Dort beginnt sie ein Duales Studium im Fach Medieninformatik. Vor Heimweh hat sie jedoch keine Angst. „Nein“, lächelt sie, „zur Not gibt es ja eine schnelle ICE-Verbindung. Da kann man auch schon mal spontan zu Besuch kommen.“

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