Bundesweiter Wettbewerb: 16-Jähriger Informatik-Preisträger kommt aus Bonn

Bundesweiter Wettbewerb : 16-Jähriger Informatik-Preisträger kommt aus Bonn

Lorenzo Conti ist 16 Jahre alt und schreibt bereits Klausuren an der Universität Bonn mit. Mathematik, Physik, Informatik – MPI ist sein Ding. Verwunderlich ist das nicht. Der junge Bonner ist da familiär ziemlich "vorbelastet".

Auf den 16-jährigen Lorenzo Conti darf das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium (CvO) in Ückesdorf ebenso stolz sein wie die Bonner Universität auf Peter Scholze, der kürzlich mit der Fields-Medaille den renommiertesten Mathematikpreis erhielt: Lorenzo ist einer der fünf Bundessieger des Bundeswettbewerbs Informatik (BWINF), an dem rund 1500 Jugendliche bis 21 Jahre teilgenommen haben.

Dabei ist es erst etwa zwei Jahre her, dass sich Lorenzo mit diversen Programmiersprachen beschäftigt hat. Seit der neunten Jahrgangsstufe besuchte er im CvO das Wahlpflichtfach „Mathematik, Physik, Informatik“ (MPI), und seit vor einem Jahr Informatik an seiner Schule angeboten wurde, ist er ebenfalls dabei. „Doch beibringen konnte man dir schon nichts mehr“, sagt sein Informatik-Lehrer Frank Stutzmann und lacht anerkennend.

Diese „Vorarbeit“ hatte bereits sein Elternhaus geleistet. Auf Lorenzos Nachfrage hin brachte Vater Sergio Conti, der eine Mathematikprofessur an der Bonner Uni inne hat, dem Sohn die Basics der Programmiersprache „C“ bei. „Alles weitere habe ich mir über Tutorials im Internet angeeignet“, sagte Lorenzo, der bereits an der Bonner Uni Klausuren im Fach Informatik mitschreibt, die ihm bei seiner beabsichtigten Einschreibung zum Studium angerechnet werden. Mit seiner naturwissenschaftlichen Begabung lässt Lorenzo die Gene der aus Pisa stammenden Familie Conti erkennen: Schon sein Großvater lehrte – wie auch sein Vater – Mathematik.

Das CvO in Ückesdorf ist sehr stolz auf Lorenzo

Und durch seine Mutter Silvia Puccini, die als Medizinphysikerin in der Strahlentherapie arbeitet, dürfte sich die Veranlagung der Conti-Kinder noch tendenziell verstärkt haben. Auch Lorenzos 14-jährige Schwester Marta beabsichtigt, den Naturwissenschaften treu zu bleiben und Medizin zu studieren.

„Natürlich war ich in den Prüfungstagen vor Ort sehr aufgeregt“, sagt Lorenzo, der die 11. Klasse besucht. In der zweitägigen Endrunde im Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn konnte er sich jedoch gegen 25 Finalisten behaupten. In der Endrunde führten sie dort Gespräche mit Experten und bearbeiteten unter Zeitdruck Informatikprobleme im Team. Eine Aufgabe beschäftigte sich dabei mit der Modellierung praktischer Probleme durch logische Formeln, die von Computern effizient verarbeitet werden können; die andere mit der Unterstützung blinder Menschen durch Smartphone-Apps.

„Die Preisträger haben bewiesen, dass sie komplexe Probleme auch als Teamplayer effizient und kreativ bearbeiten können“, erklärt der Vorsitzende der Jury und des BWINF-Beirats, Till Tantau von der Universität Lübeck. „Die erste Idee, was ich mit dem Preisgeld von 750 Euro machen würde, war, einen Desktop-PC zu kaufen“, sagt Lorenzo, der im nächsten Schuljahr Abitur macht. Aber sicher ist er sich noch nicht.

Auch seine Schule, das CvO in Ückesdorf, ist sehr stolz auf Lorenzos Leistung. „Wir fühlen uns dadurch besonders in unserem MINT-Profil bestärkt, zumal wir im kommenden Schuljahr zum ersten Mal das Pilotprojekt „Informatik in der Erprobungsstufe des Gymnasiums“ anbieten werden“, teilt Sprecherin Antje Sebastian mit.

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